AUTOR: Shara Nesu
WEBSITE: Shara Nesu's Place
ÜBERSETZUNG: liv
GENRE: Alternatives Universum, Romantik, Drama, Hurt/Comfort, Slash, Smut
FREIGABE: NC-17 / ab 18
SETTING: AU – es gibt keine Vampire, alle sind Menschen.
INHALT: Es ist der 18. Geburtstag von William, und wie so oft gerät er in Schwierigkeiten. Doch diesmal kommt ihm überraschend ein Engel zu Hilfe. Allerdings ist besagter Engel alles andere als engelsgleich, sondern ein junger Stricher mit dunkler Vergangenheit. William kann seinen Helfer nicht vergessen und beschließt Angel vor sich selbst zu retten, und vor dem Zuhälter, der nicht bereit ist sein bestes Pferd im Stall einfach so kampflos gehen zu lassen...
DANK: Vielen Dank an Rica und Michelle fürs Beta-Lesen.
WARNUNG: Vergewaltigung und Drogenmissbrauch; falls euch eines dieser Themen unangenehm ist, dann tut euch und mir einen Gefallen und lest bitte nicht weiter!

1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6


Die Memoiren von William Montague, aka Spike


by Shara Nesu



20. März 2002
 
Als ich erwachte, befand ich mich nicht in meinem eigenen Bett, sondern in dem von Angel. Einen Moment lang hatte ich keine Ahnung, wo ich überhaupt war, aber dann kam mit einem Mal alles mit überraschender Klarheit zurück. Angel hat mir von seiner Vergangenheit erzählt. Von seinem ganz privaten Schmerz. Er hat sich mir geöffnet, und hinterher habe ich ihn in den Armen gehalten, während er sich die Seele aus dem Leib geweint hat. Irgendwann sind wir rüber ins Bett gewandert, aber nichts ist passiert. Wir lagen einfach nur nebeneinander bis wir einschliefen. Vorsichtig strecke ich mich, wobei ich sorgfältig darauf achte, dass ich meinen schlummernden Engel nicht wecke. Sein Kopf liegt auf meiner Brust, und sein weicher Atem kitzelt meine Haut. Einen Arm hat er um meine Taille geschlungen, und sein Bein presst gegen meines. Das Gewicht seines Körpers neben mir zu spüren, fühlt sich an wie der reinste Himmel. Er ist so warm, so weich, aber trotzdem gleichzeitig auch hart und kantig.
 
Eine lange Zeit liege ich einfach nur so da und denke nach. Angel ist nur zwei Jahre älter als ich, aber trotzdem hat er in seinem Leben soviel mehr getan und gesehen. Dummerweise hat ihn das im Endeffekt auch nicht wirklich weiter gebracht. Er wurde vergewaltigt, missbraucht und dazu gezwungen, Drogen zu nehmen. Er glaubt, er sei verantwortlich für den Tod seiner Schwester. Er glaubt, er sei schuldig, weil er noch am Leben ist und sie sterben musste. Verdammt, ich bin echt froh, dass sie ihn so sehr geliebt hat. Dass sie sogar für ihn gestorben ist. Er kann’s vielleicht nicht sehen, aber im Grunde ist genau das passiert. Sie hat ihr Leben gegeben, um seines zu retten. Sollte er von mir nun weniger als das bekommen?
 
Während ich also hier liege, in den Armen des Mannes, in den ich mich verliebt habe, da entscheide ich mich, was meine eigene Zukunft betrifft. Ich werde Angel sagen, dass ich ihn will. Ich werde meinen Schulabschluss machen und dann werde ich mit ihm zusammen ziehen. Irgendwohin. Ich will, dass er wieder mit dem Malen anfängt, während ich aufs College gehe. Mit ihm an meiner Seite will ich alt werden. Ich will ihn lieben, für immer. Das, was ich wirklich will, ist genau hier, neben mir. Das, was ich will, ist er. Ich will ihn.
 
Okay, schätze es ist mal wieder Zeit für einen neuen Plan.
 
Sehr, sehr vorsichtig, um meinen hoffentlich baldigen Lover nicht zu wecken, schlüpfe ich aus dem Bett und schleiche mich auf Zehenspitzen nach unten. Zu meinem vollkommenen und grenzenlosem Glück hat mein Onkel heute schon sehr früh das Haus verlassen und mir nur einen Zettel hinterlassen, auf dem steht, dass er zur Prüfungsaufsicht eingeteilt wurde, und dass ich ihn erst spät am Abend zurück erwarten soll. Folglich ist der erste Teil meines Plans wohl Frühstück im Bett. Zugegeben, es läuft nicht alles glatt und im Endeffekt verbrennt so ziemlich alles, was brennen kann. Aber wer sagt denn, dass man nicht auch mit warmen Pop Tarts glücklich sein kann? Ich koche also noch einen Tee, den Angel und mein Onkel merkwürdigerweise tatsächlich mögen und für mich hole ich eine heiße Schokolade mit diesen kleinen Marshmallow-Stückchen drin.
 
Nun ist es Zeit für den zweiten Teil meines Planes: Angel verführen. Das könnte sich eventuell als etwas schwierig erweisen, da ich nämlich noch nie zuvor versucht habe, einen Kerl anzubaggern. Klar, ich weiß, dass ich ihn neulich erst geküsst habe, aber das war eher eine spontane Sache. Ich war einfach nur so wahnsinnig erleichtert darüber, dass er nicht HIV-positiv ist. Ich glaube in dem Moment hätte ich ihm sogar seine Füße geleckt, wenn es sich so ergeben hätte. Ich trage also das Tablett mit dem Frühstück nach oben. Die Blume hab ich mir gespart. Ich liebe ihn vielleicht, aber ein Weichei bin ich deswegen noch lange nicht.
 
Angel sieht einfach nur niedlich aus wenn er schläft, und ich finde es ist eine gute Idee, ihn mit einem sanften Kuss auf den Mund zu wecken. Er stöhnt leise und streckt seine Hand aus, um mein Gesicht zu berühren. Ich muss an den Tag zurückdenken, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Sagte Malloy nicht, dass Angel niemals mit seinen Kunden im gleichen Bett schläft? Naja, ich schätze das ist dann wohl 1:0 für mich. Denn neben mir hat er die ganze Nacht geschlafen. Dieses Mal küsse ich ihn richtig, mit mehr Kraft dahinter und als er Luft holt, schlängle ich meine Zunge zwischen seine geöffneten Lippen. Ich kann seinen warmen Gaumen schmecken, und nur wenige Augenblicke später umschlingt seine schläfrige Zunge meine, und unser Kuss wird noch inniger. Eine große Hand wandert nach oben in mein Haar und zieht meinen Kopf weiter nach unten. Inzwischen liege ich mit meinem ganzen Gewicht auf dem Bett… als ich plötzlich höre, wie die zwei Tassen auf dem Tablett mit einem ‚Klonk’ aneinander stoßen. Angel zieht sich zurück und öffnet ein Auge. Er lächelt, als sein Blick auf das Frühstück fällt.
 
„Hi“, murmelt er verschlafen, während er sich aufsetzt und seine Augen reibt.
 
„Morgen“, antworte ich ihm, bevor ich mich nach vorne beuge und ihn noch einmal zärtlich küsse. Er scheint meine Annährungsversuche zu genießen, denn abermals kommt es zu einer heißen Knutscherei, bis wir schließlich zum zweiten Mal von energischem Geschirrklirren unterbrochen werden.
 
Angel lacht und greift nach seiner Tasse Tee. Vorsichtig nippt er an der heißen Flüssigkeit, während ich mich neben ihm aufs Bett setze. Er lacht leise, als er die heiße Schokolade sieht und reicht mir die Tasse. Schweigend essen wir unsere Pop Tarts, aber diesmal ist die Stille nicht unangenehm. Alles fühlt sich irgendwie… gut an. Ich weiß nicht, ob ich es wirklich erklären kann. Wenn ich so neben ihm sitze, da fühle ich mich einfach vollkommen. Als wir mit dem Frühstück fertig sind, grinst mich Angel an und greift nach dem Tablett. Er beugt sich über mich und stellt es nach unten auf den Boden. Wow! Was für eine Aussicht. Ein echt hübscher Rücken und ein ziemlich knackiger Po.
 
“Was führst du im Schilde, Will?”, fragt Angel mit beiläufiger Stimme.
 
„Huh? Nichts…“ Shit. Wie hat er das denn bloß schon wieder gemerkt?
 
„Normalerweise tust du nichts ohne Hintergedanken“, antwortet er mir mit einem verschmitzten Grinsen.
 
„Ich beabsichtige nichts damit, Angel, ehrlich“, rufe ich entrüstet. „Ich tue das sicher nicht, um dich irgendwie unter Druck zu setzen oder dich zu…“ Verflucht! Ich fürchte, das hier hab ich ganz schön versiebt.
 
„Ich weiß, Will. Das wollte ich damit auch gar nicht sagen. Ich weiß, dass du mich nicht unter Druck setzen willst. Ich… ich will es.“
 
Hä? „Äh… was?“
 
„Ich will mit dir zusammen sein“, flüstert mir Angel zu, während er sich langsam über mich beugt.
 
Okay, Plan 2 ging wohl den Bach runter, nichtsdestotrotz sind die Aussichten soweit ziemlich rosig. „Ich will dich auch, Angel“, antworte ich ihm. Ich strecke mich nach oben und presse meinen Mund fest auf seinen. Wir küssen uns leidenschaftlich, mit jeder Menge Zunge, Lippen und Körpereinsatz. Er leckt und saugt und dringt tief in meinen Mund ein. Ich selbst bleibe auch nicht ganz passiv und versuche, alles so gut ich kann zu erwidern. Ich will jeden noch so kleinen Winkel seines Mundes erforschen und genießen. Ich will, dass er voll und ganz mir gehört.
 
Dann werden unsere Küsse zärtlicher und weniger dringlich, als wir beginnen, unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Hände zerren an Kleidungsstücken, und Hemden werden nach hinten über breite Schultern geschoben. Wir entledigen uns unserer Hosen, nur um uns anschließend erneut voll und ganz auf den Körper des jeweils anderen zu konzentrieren.
 
„Will, du bist so wunderschön“, seufzt Angel in meinen Mund, während seine großen Hände über meine Brust streicheln. Er massiert meine Haut mit sanften Berührungen, wobei er meinen Brustwarzen ganz besondere Aufmerksamkeit schenkt, was mich dazu bringt, am ganzen Körper zu zittern und zu beben. Ich stöhne unter seinen Liebkosungen laut auf und fühle, wie ich zunehmend erregt werde. Und dabei sind wir noch nicht mal bei meinem Schwanz angekommen. Angels Mund löst sich von meinem und findet stattdessen einen meiner Nippel. Noch nie zuvor hat irgendjemand meinen Brustwarzen besondere Aufmerksamkeit gewidmet, aber so wie sich das hier anfühlt, könnte ich schwören, dass Angel schon seit Stunden nichts anderes tut. Er saugt, er knabbert, und er zieht an ihnen mit seinen Fingern und mit seinem Mund, wodurch sie augenblicklich hart werden und sich fest zusammenziehen. Mit jeder seiner Berührungen schickt er einen Stromstoß des Verlangens bis nach unten zwischen meine Beine, direkt in meinen pochenden Ständer.
 
„Oh… Fuck… Angel…”, stöhne ich, während ich mich unter ihm winde. Warum zur Hölle hat das noch nie zuvor jemand probiert? Ich schwör’s, ich könnte direkt hier und jetzt kommen, einfach nur von dem, was er da mit meinen Brustwarzen macht. Okay, jetzt aber genug davon. Ich hatte bestimmt nicht vor, diese Sache hier zu einer einseitigen Angelegenheit werden zu lassen. Es soll schließlich mehr sein, als einfach nur Sex. Mit einer einzigen Bewegung schaffe ich es, uns einmal um die eigene Achse zu rollen, sodass Angel nun unter mir liegt.
 
„Ah, Liam, du bist einfach unglaublich“, necke ich ihn mit einem gespielten irischen Akzent. Angel lacht, aber dann wird sein Gelächter schnell von einem lauten Stöhnen verdrängt, als ich nun meinerseits seine Brust attackiere. Während ich an seinen Brustwarzen sauge, vergräbt er seine Hände in meinem Haar. Er lacht und stöhnt gleichzeitig, als ich mit meinen Fingern seinen anderen Nippel finde und fest daran ziehe. Sofort werden die kleinen Wölbungen unter meiner Berührung hart, genau wie es auch bei Frauen passiert, aber Angels breite Brust bietet mir ganz neue Perspektiven. Ich liebe es, wie ich seine Rippen unter meinen Fingern spüren kann und wie die kleinen, braunen Nippel einen krassen Gegensatz zu der straff gespannten Haut auf seiner Brust bilden.
 
Angels Seufzer verwandeln sich erneut in Keuchen, als ich mich von seinem Oberkörper weiter nach unten arbeite. Mit meiner Zunge fahre ich die Umrisse seiner Lendenmuskeln nach, bis hinab zu seinem Bauch. Als ich an seinem Nabel ankomme, beginnt er leise zu kichern. Ah, sind wir da etwa kitzelig? Dieser besonderen Stelle widme ich extra viel Aufmerksamkeit und lecke so lange ausgiebig daran, bis ihm der Geduldsfaden reißt und er uns noch einmal um die eigene Achse dreht. Ich schätze, jetzt bin wohl ich an der Reihe.
 
Angels Aufmerksamkeit richtet sich wieder voll und ganz auf meinen Brustkorb und er stellt sicher, dass meine Nippel wie zuvor hart und steif sind. Dann streicht er mit seinen starken Händen nach unten, hin zu meinem flachen Bauch. Ich bin nicht so muskulös wie er, ich bin auch ein ganzes Stück kleiner und schmächtiger. Meine Hände gleiten über seine Schultern, während er beginnt meinen Nabel zu lecken und seine Zunge tief hineinzubohren. Und dann ändert er plötzlich seine Taktik. Er legt sich mit seinem gesamten Gewicht auf meinen Unterleib und presst sein Gesicht fest in meinen Bauch. Angels weiches, dichtes Haar kitzelt auf meiner Haut, seine Wangen und Lippen sind fest an mich gepresst. Ich schwör’s – es ist die absolut sinnlichste Erfahrung, die ich je in meinem Leben gemacht habe. Mein Stöhnen wird immer lauter, während sein Haar und seine Wimpern die empfindsame Haut an meinem Bauch liebkosen. Dann wandert er weiter nach unten.
 
„Oh Fuck, Angel!“ Ich kann mir den überraschten Schrei einfach nicht verkneifen, da Angels warme Zunge beginnt, an meinem Schamansatz zu lecken, während seine weiche Wange auf meinem Schwanz ruht.
 
„Ohhhh… Jaaaaaaa…“, stöhne ich unfreiwillig. Angel lacht leise während sein Gesicht immer noch an meinen Ständer gepresst ist. Dann wandert er noch ein Stück tiefer. Oh wow! Will er mir etwa einen blasen? Oh bitte! Ich habe nicht die geringste Erfahrung was Oralsex betrifft. Klar, ich hab schon mal gesehen, wie jemand einen Blowjob bekommt... Ich hab Angel damals in dieser Seitenstraße gesehen, mit…
 
„Angel, stopp!“, flehe ich ihn an.
 
„Will, was ist los? Hab ich was falsch gemacht...?“
 
„Nein, ich will nur… ich will nicht, dass du das tust, wenn du es eigentlich gar nicht willst“, erkläre ich ihm. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie heftig er sich damals übergeben musste, nachdem er das Sperma von diesem Kerl geschluckt hat.
 
„Aber ich will das hier tun, Will. Ich konnte das früher nie genießen, weil ich… naja, ich wurde dazu gezwungen. Ich hab mich schmutzig dabei gefühlt und ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden, es zu schlucken. Aber man findet schnell raus, dass die meisten Kerle es einem ziemlich krumm nehmen, wenn man hinterher zu spucken anfängt.“ Mit einer einzigen, schnellen Bewegung leckt er mit seiner Zunge über die gesamte Länge meines Schwanzes. „Aber dich will ich schmecken, Will. Ich will dich berühren.“
 
„Na wenn das so ist”, bringe ich gerade noch hervor, bevor ich mich in den Gefühlen verliere, die seine Berührungen in mir verursachen.
 
Angels Mund kehrt wieder zurück zu meinem Penis und er leckt erst noch einige Male prüfend über die gesamte Länge. Ich versuche ihm durch mein Stöhnen zu zeigen, dass das, was er da tut, durchaus meine Zustimmung trifft. Offenbar kommt die Nachricht an, denn er nimmt den eichelförmigen Kopf meines Ständers in den Mund. Ich versuche etwas zu sagen, aber alles, was ich tun kann, ist laut keuchen. Angel lacht, während er noch immer meinen Schwanz zwischen seinen Lippen hält, und die Vibration stimuliert mich nur noch mehr. Plötzlich jedoch lässt er ihn wieder aus seinem Mund gleiten und sieht ihn einfach nur an, wie er so daliegt. Ich meine, er starrt ihn wirklich an. Eine ziemlich lange Zeit. Okay, ja, vielleicht hat es sich auch nur so lange angefühlt. Aber erstaunlicherweise macht mich das nur noch mehr an. Ich merke, wie ich jede Sekunde, in der sein Blick auf mir ruht, immer erregter werde.
 
„Bitte!“, flehe ich ihn schließlich an, weil ich echt nicht glaube, dass ich das hier noch länger ertragen kann. Angel reißt seinen Blick von meinem pochenden Ständer los und lächelt mich an. Dann beugt er sich wieder nach unten und ergreift mit einer Hand meine Hoden. Seine großen, starken Finger fühlen sich zuerst ganz sanft an, doch dann spüre ich, wie er beginnt, sie leicht zu drücken. „Jaaaaaa“, zische ich, hin-und hergerissen zwischen Lust und Schmerz. Ich stöhne, als mich sein Mund erneut berührt. Mit seiner Zunge leckt er die gesamte Länge meines erigierten Gliedes entlang, von der Unterseite bis ganz nach oben. Und während er leckt, presst er immer wieder mit seiner Zungenspitze dagegen, als ob er bestimmte Stellen genauer austesten will. Dann kommt er oben an, und drückt auf das Häutchen, das meine Vorhaut mit dem Schaft verbindet. Immer und immer wieder stößt er mit seiner Zunge dagegen, und jedes Mal erntet er damit die gleiche Reaktion: ein spitzer, zugegebenermaßen ziemlich unmännlicher Schrei, der ihn jedoch nur ermuntert, das Spielchen weiter zu treiben. Dann endlich nimmt er die gesamte Eichel in den Mund und ich seufze laut auf, als mich die Wärme seiner Mundhöhle vollkommen umschließt. Ich spüre, wie er mich tiefer hineingleiten lässt und wie sich seine Halsmuskeln um meinen Schwanz herum entspannen. Mit großen Augen sehe ich dabei zu, wie mein gesamter Ständer in seinem talentierten Mund verschwindet.
 
„Scheiße”, schreie ich, während er schluckt und mein Schwanz bis nach hinten in seinen Hals rutscht.
 
Okay, das hier wird sicherlich nicht der längste Blowjob der Geschichte, aber ich kann es keine Sekunde länger halten. Angel lässt sein Talent spielen und ich komme direkt in seinen Mund und auf seine Zunge, während er schluckt. Selbst als mein Penis beginnt wieder schlaff zu werden, lässt Angel mich noch immer nicht los, und die Stimulation seiner Zunge und wie er an mir saugt, grenzt schon fast an Unbehagen. Es schmerzt nicht, es ist irgendwie merkwürdig, aber trotzdem gut.
 
„Bitte“, flehe ich ihn an. Angel lässt mich los und es scheint fast so, als war ihm gar nicht wirklich bewusst, was er da tat. Mit einer einzigen, eleganten Bewegung rutscht er meinen Körper entlang nach oben und beginnt, mich leidenschaftlich zu küssen.
 
“Oh, Will”, seufzt er, als sich unsere Lippen für den Bruchteil einer Sekunde voneinander trennen. „Du schmeckst so gut. Ich kann einfach nicht genug von dir bekommen.“ Als ich seine Worte höre, fühle ich, wie mir erneut das Blut in den Schwanz schießt und ich zum zweiten Mal hart werde. Ich hatte wirklich geglaubt, er würde nicht schlucken. Ich hatte mich innerlich darauf vorbereitet, damit ich hinterher nicht enttäuscht wäre. Daher verblüffen mich seine Worte umso mehr und ich fühle, wie mein Herz vor Glück anschwillt. Als Angel bemerkt, dass mein Penis wieder zu neuem Leben erwacht ist und in seinen Bauch presst, rutscht er ein zweites Mal nach unten und beeilt sich, mich erneut in den Mund zu nehmen.
 
„Angel, bitte!“ Ich packe seine Arme und ziehe ihn zurück nach oben, sodass wir einander in die Augen sehen können. „Angel, ich will wirklich nicht, dass das hier einseitig wird. Du hast mir soviel Lust bereitet… Ich finde wirklich, dass du jetzt an der Reihe bist.“
 
Angel sieht ein wenig verblüfft aus, als er meine Worte hört, daher drehe ich ihn einfach auf den Rücken, sodass ich über ihm zum Liegen komme. Ich bemerke, wie ein leichter Schauer seinen Körper durchläuft.
 
„Hat das eigentlich jemals jemand für dich getan, Angel?”
 
„Nein“, flüstert er, ein wenig beschämt. „Ich wurde schließlich nicht für mein eigenes Vergnügen bezahlt, sondern nur für das des Kunden. Mir hat noch nie jemand einen geblasen. Ich hab auch noch nie einen anderen Mann gefickt. Normalerweise läuft es so, dass sie einen einzigen Blick auf mich werfen und mich so lange durchficken wollen, bis ich sie sie anflehe aufhören.“
 
„Angel, deine Befriedigung ist für mich von allergrößter Bedeutung“, raune ich ihm zu, während ich meine Lippen gegen seine presse und ihn küsse. „Aber wenn ich ehrlich bin, gibt es da ein kleines Problem. Ich habe es noch nie jemandem mit dem Mund besorgt.“
 
„Du musst mich nicht ganz in den Mund nehmen, Will. Das lernt man erst mit der Zeit und oft braucht man viel Übung dafür. Du kannst deine Hände zu Hilfe nehmen, alles was du willst.“
 
Hände. Naja, ich bin vielleicht kein Künstler, aber man hat mir gesagt, ich habe sehr elegante und feingliedrige Hände. Gelenkige, lange Finger, mit der Fähigkeit, aus einem Stück Ton eine Skulptur zu formen. Okay, na und! Dann war es halt mein Handarbeitslehrer, der das zu mir gesagt hat, aber ich denke, ein wenig formen und kneten ist auch bei Angels Schwanz sicher nicht verkehrt. Perfekt wie er ohnehin schon ist. Ich reiße mich also von seinen Lippen los und blicke nach unten auf seinen harten Ständer. Er ist ein kleines Stück länger als mein eigener, und gerade wie eine Lanze. Er ist eine meiner absoluten Lieblingsstellen was Angels Körper angeht, und ich habe vor, meiner Wertschätzung auf jede erdenkliche Weise Ausdruck zu verleihen.
 
Ich grinse ihn von oben herab an, während ich mich rittlings auf Angels Beine setze, sodass ich mich in einer guten Position befinde, um ihm ausgiebig zu huldigen. Verdammt, das Teil ist echt ziemlich groß! Ich nehme ihn in die Hand und teste seine Form und sein Gewicht. Meine Finger schaffen es nicht einmal, ihn komplett zu umfassen, daher nehme ich beide Hände und beginne ihn sanft zu streicheln. Angels Augen rollen nach oben und er stöhnt überrascht auf. Ich liebe es, wie er auf meine Berührungen reagiert. Ich liebe es, dass er der erste Mann für mich ist, und dass ich in so vielerlei Weise auch der Erste für ihn sein werde. Ich will jeden einzelnen Teil seines Gliedes genau erkunden. Ich beginne mit langsamen Längsbewegungen meiner Hand, dann benutze ich meine Fingerspitzen. Ich kitzle die gesamte Länge mit gleichmäßigen, geraden Bewegungen. Oh, das scheint er zu mögen. Angel nuschelt etwas Unverständliches und bäumt mir seine Hüften entgegen. Ich ändere meine Taktik und beginne, den Schaft zu streicheln und zu massieren. Ich reibe ein wenig an seinem Perineum und massiere dabei auch kurz seine Hoden. Dann lasse ich meine Fingerspitzen langsam wieder zurück nach oben wandern, bis zu seiner Eichel, die ich kurz umrunde, bevor ich mich wieder auf den Weg nach unten mache. Ich wiederhole dieses Spielchen so lange, bis Angel beginnt, etwas Neues zu sagen.
 
„Will… Will… Will“, beginnt er plötzlich sein Mantra. Hey, ich denke ich habe soeben Spaß daran gefunden, ein Cock-Tease zu sein.
 
Was soll ich sagen... Ich bin sicher nicht perfekt. Zwar hab ich mir oft genug selbst einen runtergeholt, aber wenn ich Angel berühre, dann fühlt sich alles so komplett anders an. Meine Hände bereiten ihm die größte Lust. Er ist so absolut unglaublich und ich liebe es, wie er auf meine Berührungen reagiert. Jetzt versuche ich etwas Neues, etwas, was ich an mir selbst ausprobiert habe und von dem ich weiß, dass es mir gefällt. Aber irgendwie habe ich es nie so richtig hinbekommen. Ich lege meine Handfläche um seine Eichel und halte meinen Arm gerade. Dann fange ich plötzlich an mein Handgelenk zu drehen, fast so, als wollte ich ein Marmeladenglas öffnen. Angel fängt augenblicklich an zu knurren und bäumt sich noch weiter nach oben, in meine Hand. Und während er stöhnt, ruft er immer wieder meinen Namen. Als er sich mehr oder minder über das gesamte Bett windet, lasse ich meine andere Hand nach unten zu seinen Hoden gleiten und lüpfe sie mit meinen Fingern.
 
„Will! Will! Will!” Angels Stimme wird immer lauter und in diesem Augenblick bin ich echt ziemlich froh, dass mein Onkel heute außer Haus ist. Ich halte seine Hoden in meiner Hand und ziehe sie sanft ein klein wenig nach unten. Hin und wieder massiere ich sie auch ein wenig in meiner Hand, während ich ihr Gewicht teste.
 
„Verflucht, Angel! Du bist so wunderschön. Dein Schwanz ist so perfekt und deine Eier fühlen sich einfach fabelhaft in meiner Hand an. Kannst du fühlen wie schwer sie sind? Kannst du fühlen, wie sie darauf drängen, dass du endlich kommst? Komm für mich, mein Angel“, flüstere ich ihm zu, während ich seine Hoden immer wieder in meiner Hand rolle und sie nach oben, gegen seinen Ständer presse. Angels Mantra verwandelt sich in Keuchen und schon fühle ich, wie sich die ersten Lusttropfen auf der Spitze seines Schwanzes sammeln. Ich lasse meine Hand wieder nach oben wandern und beginne, erneut seinen Schaft zu streicheln. Dann, zugegeben mit ein wenig Vorbehalt, nehme ich die Spitze seines Schwanzes in den Mund. Erleichtert erkenne ich jedoch, dass es sich ganz und gar nicht falsch anfühlt. Ganz im Gegenteil. Angels Penis fühlt sich hart und warm an. Ich kann ganz genau jede noch so kleine Veränderung spüren. Die Eichel schwillt ein wenig an und die Vene, die auf der Unterseite verläuft, beginnt gegen meine Zunge zu pulsieren. Je mehr ich Angel mit meiner Hand stimuliere, desto stärker werden diese Reaktionen. Als ich damit beginne, mit meinem Mund noch ein wenig zu saugen, spüre ich, wie plötzlich wie ein Schwall warmen Spermas meine Zunge bedeckt und ich fange an, zu schlucken. Er schmeckt ein wenig bitter, aber keinesfalls widerlich. Ich schlucke immer weiter, während er sich mit einem lauten Schrei in meinen Mund ergießt. Dann ist der Sturm vorüber und die Wogen beginnen sich zu glätten.
 
„Wow!”, keucht Angel etwas atemlos über mir. „Kein Wunder, dass sie dafür bezahlen!“ Starke Hände ergreifen meine Schultern und er zieht mich nach oben in seine Arme. Sein Kuss ist schon fast verzweifelt in seiner Dringlichkeit, als er versucht, sich selbst mit seiner Zunge in meinem Mund zu schmecken.
 
„Will, du fühlst dich einfach so gut an. Gott, ich liebe dich!“, ruft er während er lacht und vor Glück scheinbar ganz aus dem Häuschen ist.
 
„Was sagtest du da gerade?“ Ich lehne mich zurück und sehe ihm tief in seine dunklen, warmen Augen.
 
„Oh, Will… ich liebe dich“, sagt Angel noch einmal, diesmal ganz klar und deutlich. Seine großen Finger streichen über meine Wange und er platziert einen Kuss mitten auf meiner Nase. „Ich hab versucht es nicht zu tun. Ich hab versucht, diese Gefühle zu vergessen. Ich weiß, dass ich dich nicht lieben sollte. Ich hab dich nicht verdient, aber ich tu’s…“
 
„Angel, ich habe dich immer geliebt“, flüstere ich
 
Noch einmal treffen sich unsere Lippen, und diesmal ist der Kuss süßer als je zuvor. Wir versuchen alles, was wir fühlen, in diese eine Geste hineinzulegen… nicht nur die Leidenschaft, sondern auch die Emotionen. Ich begehre Angel. Jede Faser meines Körpers sehnt sich danach, mit ihm zusammen zu sein. Aber ich liebe ihn auch. Ich habe versucht, dieses Gefühl zu stoppen. Auch ich wollte nicht, dass es passiert. Mein Leben lang habe ich geglaubt, ich sei hetero. Mein gesamtes Liebesleben drehte sich bis dato nur um Frauen. Aber ich schätze, es sollte eben einfach anders kommen. Ich vermute, man kann einfach nicht kontrollieren, in wen man sich verliebt. Denn glaubt mir, ich hab’s versucht.
 
~*~*~*~
 
22. März 2002
 
Die letzten paar Tage waren wahrscheinlich die besten in meinem ganzen Leben. Am Mittwoch ging ich überhaupt nicht in die Schule und auch am Donnerstag schaffte ich gerade mal den halben Tag. Freitag - heute - habe ich gleich komplett geknickt. Immer, wenn ich nicht in Angels Nähe bin, kann ich an nichts anderes denken als an ihn. Seit wir uns zum ersten Mal berührt haben, scheinen wir kaum noch aus dem Bett zu kommen. Wir haben noch nicht wirklich miteinander geschlafen, bislang hat sich alles auf Streicheln, Schmecken, Kuscheln und Erforschen beschränkt. Ich habe herausgefunden, dass Angel es liebt, wenn ich ihn einfach nur im Arm halte. Er schläft in meinen Armen ein, mit seinem Kopf auf meiner Brust, und ich halte ihn die ganze Nacht lang fest. Ich weiß, irgendwie klingt das alles ziemlich schwuchtelig, aber die Wahrheit ist – mir gefällt es, ihn im Arm zu halten.
 
Wenn wir zusammen sind, zeigt er mir auch eine Menge Dinge. Manchmal küssen wir einfach nur stundenlang. Dann streicheln wir uns und berühren einander. Er hat mir auch schon die Füße massiert, was mir echt ziemlich gut gefallen hat. So gut, dass ich beinahe alleine davon gekommen wäre. Wir haben auch zusammen gebadet. Wir haben einander die Haare gewaschen, uns geküsst und uns gegenseitig in der Badewanne befummelt, wodurch wir im Badezimmer wohl versehentlich eine kleine Überschwemmung verursacht haben, und das Wasser dann dummerweise bis in die Küche runter gelaufen ist. Angel hat mir jeden Kniff gezeigt, den er kennt, wenn es darum geht, jemandem einen zu blasen. Er sagt, dass es ihm Spaß macht, alles was er weiß, mit mir zu teilen. Und noch mehr Spaß macht es ihm, wenn ich das neu Erlernte hinterher direkt an ihm ausprobiere. Manchmal bin ich echt nicht böse, dass zumindest einer von uns beiden Erfahrung hat. Die meiste Zeit über versuche ich allerdings, nicht darüber nachzudenken, wie genau er all diese Erfahrungen gesammelt hat. Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber bislang ist noch keiner von den Leuten, egal ob Mann oder Frau, mit denen Angel in der Vergangenheit bezahlten Sex hatte, je bis in unser Schlafzimmer vorgedrungen. Es ist ein anderes Leben gewesen und für uns beide macht es keinen Unterschied.
 
Naja, wie auch immer. Heute Nacht werden alle aus meiner Jahrgangsstufe im üblichen Club in der Stadt sein. Im Bronze. Im Grunde genommen ist es der einzige halbwegs brauchbare Club in ganz Sunnydale. Okay, es ist der EINZIGE Club in Sunnydale, in den man überhaupt gehen kann, wenn man mal von der Kaffeebar absieht, und in der kann man unmöglich tanzen. Heute Abend will ich mit Angel zusammen ausgehen. Ich will, dass mich alle sehen, während ich diesen absolut atemberaubenden Mann an meiner Seite habe. Ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher, ob ich es wirklich hinkriege, ihn als meinen Freund vorzustellen oder als meinen Partner oder wie auch immer man das auch nennt, aber ich will mit ihm zusammen gesehen werden. Aber es ist mehr als nur das. Ich will auch, dass Angel an meinem Leben Anteil hat. Ich will, dass er immer ein Teil davon ist, auch wenn wir nicht zu Hause sind.
 
Zu meiner großen Überraschung erklärt sich Angel ohne Murren dazu bereit, mit mir wegzugehen. Es verblüfft mich wirklich, dass er sich so leicht überreden lässt. In der Zeit, seit ich ihn kenne, habe ich herausgefunden, dass er der größte und sturste Dickkopf sein kann, den man sich nur vorstellen kann. Hat er sich erstmal was in den Kopf gesetzt, dann kann man tun was man will, er wird seine Meinung nicht mehr ändern. Zwar gefällt mir seine Beharrlichkeit wirklich, aber manchmal kann es auch verflucht nervig sein. Besonders dann, wenn ich deswegen meinen Willen nicht bekomme.
 
Heute Abend hat Angel meinem Onkel ein Abendessen gekocht, das beinahe komplett verbrannt war. Es war nicht seine Schuld, sondern meine. Er trug mal wieder diese schwarzen Lederhosen, zusammen mit einem roten Samthemd in Knitteroptik und ich konnte meine Finger einfach nicht von ihm lassen. Es hat damit geendet, dass er versucht hat, ein Hähnchen zu frittieren, während ich dabei war, meine neu erworbenen Fähigkeiten an ihm zu testen, indem ich ihm einen Blowjob verpasst hab. Zum Glück konnte ich gerade noch rechtzeitig seinen Hosenladen schließen, bevor mein Onkel nach Hause kam.
 
Angels Kochtalent ist für Giles wirklich ein absoluter Glücksfall und deswegen hat er Angels Miete auch mehr als halbiert. Das Dumme ist nur, dass er jetzt wirklich nur noch sehr selten spät nach Hause kommt und was noch merkwürdiger ist, seitdem Angel bei uns wohnt, haben Giles und ich uns kaum gestritten. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich neuerdings meine gesamte Zeit und Energie auf Angel verwende, anstatt Dummheiten zu machen.
 
„Hast du keinen Hunger?“, fragt mein Onkel, als er bemerkt wie ich mein Essen auf dem Teller hin-und herschiebe.
 
„Ich bin satt“, antworte ich ihm.
 
„Du solltest wirklich nicht so viel zwischen den Mahlzeiten essen“, ermahnt mich mein Onkel daraufhin in seiner besten väterlichen Stimme.
 
„Hab ich auch gar nicht. Das liegt nur an der neuen Eiweiß-Diät, die ich momentan mache.“
 
Es ist wirklich gut, dass ich in der Schule einen Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht habe. Der arme Angel wäre echt beinahe an seinem Essen erstickt, während Giles einfach nur völlig verwundert und ratlos daneben saß.
 
Als wir im Bronze ankommen, ist der Club knallvoll. Unsere gesamte Jahrgangstufe muss heute Nacht unterwegs sein und auch alle meine Freunde sind da. Xander und meine Ex, Drusilla, Willow, Oz und Buffy, die offenbar mal wieder im Clinch liegt mit der Queen aller Schnepfen, Cordelia. Na, fabelhaft. Und ausgerechnet heute Nacht, als ich mit Angel ausgehen will, schleppe ich ihn auf die „Kammerjäger-Party“. Angel hält sich gut, wenn man die Umstände bedenkt, aber ich bemerke trotz allem, dass er darauf achtet, immer in meiner Nähe zu bleiben. Ich bahne mir meinen Weg durch die Menge bis zur Gruppe meiner Freunde, wo ich ihn möglichst lässig vorstelle. Sie alle haben die üblichen Fragen. ‚Hi, wo kommst du her?’ ‚Hast du ‘ne Freundin?’ ‚Wie alt bist du?’ Angel antwortet, und dann tut er etwas, was ich noch nie zuvor gehört habe. Einige Male stottert er. Ich schätze, unter seiner harten Schale ist er wohl tatsächlich ziemlich schüchtern und zurückhaltend. Es ist einfach so unglaublich… süß. Oh verflucht, und da ist es schon wieder, dieses verdammte Wort!
 
Ich bemerke schnell, dass es mich total auf die Palme bringt, wenn er mit Buffy spricht. Sie ist zart und klein und blond und sehr hübsch und ja, ich geb’s zu, eine ziemlich lange Zeit war ich ganz schön in sie verknallt. Ich meine damit, auf diese jungenhafte, unerfahrene Weise, die beinhaltet, dass man seinem Schwarm über den ganzen Campus folgt und ihr ständig hinterher sabbert. Sie ist wirklich eine wunderschöne, junge Frau mit einer tollen Figur und einem Wahnsinnskörper. Aber was ihren Charakter betrifft, so ist sie mir ein klein wenig zu launisch. Einmal hat sie mir gesagt, ich stünde weit unter ihr und dass sie es niemals auch nur annähernd in Erwägung ziehen würde, mit jemandem wie mir auszugehen. Was ich allerdings mit Sicherheit weiß ist, dass sie auf heiße Kerle steht. Die Sorte von Kerlen, die groß sind, dunkelhaarig, und umwerfend gut aussehend. Ums kurz zu sagen, *MEINE* Sorte Mann. Und auf Angel passt diese Beschreibung echt wie die Faust aufs Auge. Sie hat nur einen einzigen Blick auf ihn geworfen und sofort erkannt, dass er hundertprozentig in ihr Beuteschema passt. Sie geht echt aufs Ganze. Umwerfender Charme, wackelnde Hüften, diese ganze Ich-schieb-meine-Titten-nach-vorne Sache, die Frauen so gerne machen. Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich sie abgrundtief gehasst.
 
„So, du bist also Angel aus LA“, schnurrt sie. „Ursprünglich komme ich auch von da, aber meine langweiligen Eltern beschlossen hierher zu ziehen. Ich meine, diese Stadt hat echt so gar keine Ähnlichkeit mit einer coolen, großen Weltstadt. Hier kann man einfach rein gar nichts unternehmen. Vielleicht könnten wir zwei ja mal zusammen…“
 
„Mir… äh… gefällt Sunnydale eigentlich…“, murmelt Angel daraufhin.
 
„Oh ja, sicher. Mir ja auch. Möchtest du vielleicht tanzen? Ich könnte dir nachher noch eine Menge erzählen über all die anderen interessanten Dinge, die man hier tun kann.“ Buffy lehnt sich nach vorne und gewährt ihm damit ungehinderten Einblick in ihr Dekolleté.
 
Okay! Jetzt reicht’s! Energisch drücke ich meine Kräuterzigarette aus und fange an zu knurren. Ja, ich geb’s zu, ich rauche diese Kräuterstängel weil Angel es nicht leiden kann, wenn ich qualme. Er sagt, wenn er aufhören kann, harte Drogen zu nehmen, dann kann ich mir auch die Kippen sparen. Aber trotzdem löst das nicht mein Problem. Es ist nämlich so, dass ich permanent das Verlangen habe entweder zu rauchen, oder stattdessen ihn zu befummeln. Ich stehe also von meinem Stuhl auf und stelle mich hinter Angel. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was ich da überhaupt tue. Ich glaube, das hier wird das Dümmste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Es wird meinen Ruf als „Bad Boy“ sicherlich für alle Zeit komplett ruinieren. Aber egal, ich kann mir das hier keine Sekunde länger anschauen.
 
„Ich… äh… ich tanze nicht…“, versucht mein Lover Buffy gerade klar zu machen. Andere merken es vielleicht nicht, aber sein ganzes Gesicht, seine Haltung, alles strahlt Unbehagen und Unsicherheit aus. Ich glaube wirklich nicht, dass er es sonderlich genießt, wenn ihn jemand angräbt. Und ganz ehrlich, wenn man bedenkt aus welcher Branche er kommt, dann ist das auch nicht besonders verwunderlich. Es ist wirklich merkwürdig, dass wir uns überhaupt getroffen haben. Im Grunde genommen glaube ich, dass wir beide einander gerettet haben. Erst haben wir uns verliebt, der Sex kam später. Ich weiß zwar, dass es nur ein paar Wochen gedauert hat, aber ich glaube, ich habe Angel schon geliebt, als ich ihm zum ersten Mal in die Augen sah.
 
„Angel“, flüstere ich ihm also mit meiner verführerischsten Stimme ins Ohr. „Lover, willst du mit mir tanzen?“
 
Angel erschaudert, als mein Atem seinen Hals streift und ohne auch nur einen einzigen, klaren Gedanken zu fassen, steht er von seinem Stuhl auf. Ich nehme seine Hand und ziehe ihn hinüber auf die Tanzfläche, wo eine Masse aus Leuten sich im Takt zur Musik rhythmisch hin und her bewegt und sich aneinander reibt. Zum Glück ist es ein langsamer Song, mit einem guten, gleichmäßigen Beat. Aus dem Augenwinkel kann ich sehen wie Buffys Kinnlade nach unten fällt und sie fassungslos dem Mann nachstarrt, der sie für einen anderen Mann stehen ließ.
 
„Bist du dir wirklich sicher, dass du das hier tun willst?“, flüstert Angel.
 
„Nein. Aber ich will, dass sie alle wissen, dass du mir gehörst.“ Ich lehne mich nach vorne und streife seine Lippen mit meinen. Verdammt. Es nervt mich wirklich, dass ich mich strecken muss um ihn zu küssen. Wenn er doch bloß ein bisschen kleiner wäre… ach was, vergesst was ich gerade gesagt habe. Ich mag ihn genau so, wie er ist.
 
Wieder einmal schenkt mir Angel dieses wundervolle 100-Megawatt-Lächeln und die Schmetterlinge in meinem Bauch lernen fliegen. Er schlingt einen Arm um meine Taille und ich lege meinen Kopf an seine Brust. Sicher, ich mache mir ein klein wenig Sorgen um das, was ich hier gerade tue, aber es gibt sicherlich keinen Ort auf der Welt, an dem im Moment lieber wäre. Angel fühlt sich so warm an, so groß und so stark. Ich fühle mich total geborgen. Es ist, als ob er schon seit Ewigkeiten an meiner Seite ist. Es ist, als wären wir unsterblich. Ich weiß genau, dass ich ihn bis in alle Ewigkeit begehren würde. Selbst wenn er… Hey, das ist doch mal ein interessanter Gedanke. Zum allerersten Mal kommt mir eine absolut unglaubliche Idee für einen Roman. Oh yeah, ich sehe die gesamte Handlung direkt vor meinem inneren Auge. Es ist, als ob alleine durch meine Vorstellungskraft eine komplett neue Welt zum Leben erwacht, tief drin in meinem Kopf. Ich sehe die Charaktere. Ich sehe, was passiert… mein Angel. Oh wow! Das ist einfach nur verdammt unglaublich! Jetzt will ich sofort auf der Stelle nach Hause und alles aufschreiben. Der Haken dabei ist nur… um das zu tun, muss ich mich zuerst aus Angels Umarmung lösen. Und das will ich ganz und gar nicht. Ah… ich seh’s kommen. Dies hier wird meine erste Beziehungskrise. Soll ich bleiben und weiter mit meinem Lover tanzen, oder soll ich nach Hause gehen, mich in mein Zimmer einschließen, und meinen ersten Roman schreiben?


Nächster Teil




"Buffy the Vampire Slayer" and "Angel" TM and © Fox and its related entities. All rights reserved. Any reproduction, duplication or distribution of these materials in any form is expressly prohibited. This web site, its operator and any content on this site relating to "Buffy the Vampire Slayer" and "Angel" are not authorized by Fox. "Buffy the Vampire Slayer", "Angel" and its characters, artwork, photos, and trademarks are the property of Twentieth Century Fox, Joss Whedon, Mutant Enemy, and/or the WB Television Network. The webmaster is not affiliated in any way with the aforementioned entities. The information on this and adjoining pages is provided solely as an entertaining resource. No copyright infringement is intended nor implied.

The layout, HTML-sourcecode and all non "Buffy The Vampire Slayer" or "Angel" related graphics are copyright 2005 Bold-and-Naked. They may not be distributed and/or published without permission. All other graphics are copyright 20th Century Fox Television and the WB Television Network.