AUTOR: Shara Nesu
WEBSITE: Shara Nesu's Place
ÜBERSETZUNG: liv
GENRE: Alternatives Universum, Romantik, Drama, Hurt/Comfort, Slash, Smut
FREIGABE: NC-17 / ab 18
SETTING: AU – es gibt keine Vampire, alle sind Menschen.
INHALT: Es ist der 18. Geburtstag von William, und wie so oft gerät er in Schwierigkeiten. Doch diesmal kommt ihm überraschend ein Engel zu Hilfe. Allerdings ist besagter Engel alles andere als engelsgleich, sondern ein junger Stricher mit dunkler Vergangenheit. William kann seinen Helfer nicht vergessen und beschließt Angel vor sich selbst zu retten, und vor dem Zuhälter, der nicht bereit ist sein bestes Pferd im Stall einfach so kampflos gehen zu lassen...
DANK: Vielen Dank an Rica und Michelle fürs Beta-Lesen.
WARNUNG: Vergewaltigung und Drogenmissbrauch; falls euch eines dieser Themen unangenehm ist, dann tut euch und mir einen Gefallen und lest bitte nicht weiter!

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Die Memoiren von William Montague, aka Spike


by Shara Nesu



24. März 2002
 
Es ist später Morgen als ich erwache. Das Bett ist noch immer warm, aber merkwürdigerweise bin ich alleine. Als ich meine Hand ausstrecke, um Angel zu berühren, greife ich ins Leere. Kein wundervoller Körper, an den ich mich anschmiegen kann. Sofort bin ich hellwach und sehe mich im Zimmer um. Neben mir auf dem Bett liegt ein kleiner Zettel.
 
Will,
 
es tut mir so leid, dass ich weg musste, aber es gibt da etwas, das ich erledigen muss. Mach dir keine Sorgen, es ist nichts Schlimmes, es ist nur eine Überraschung für dich. Und außerdem musste ich Giles Frühstück machen. Irgendwie ist er heute Morgen echt komisch…
 
In Liebe, Angel.
 
Ich lächle auf sehr unmännliche Weise als ich die letzte Zeile lese - *In Liebe, Angel*. Dann lege ich den Zettel auf meinen Nachttisch und beginne, mich anzuziehen. Ich frage mich, was das wohl für eine Überraschung sein könnte, die Angel für mich hat. Mein Magen beginnt zu knurren, während ich meine Kleider zusammen suche, und mir fällt auf, dass ich den gestrigen Tag über so gut wie nichts gegessen habe. Naja, was soll ich sagen. Ich schätze ich war wohl mit wichtigeren Dingen beschäftigt.
 
Wow! Ich hatte Sex mit Angel! Echten, richtigen Sex. Ich war in ihm, und er war in mir… Wow! WOW!
 
Okay, so langsam sollte ich mich wohl echt wieder in den Griff kriegen und mir dieses dämliche Dauergrinsen verkneifen. Es passt wirklich nicht besonders gut zu meinem Image als harter Kerl. Ich reiße mich also zusammen und beschließe, zum Frühstück nach unten zu gehen… naja, vielleicht auch eher zum Brunch. Als ich unten ankomme, bin ich überrascht, meinen Onkel zu sehen, der am Küchentisch sitzt und Rechnungen sortiert. Dann fällt mir ein, dass Sonntag ist – klar, er ist nicht auf der Arbeit. Wir begrüßen einander mit unserem üblichen „Morgen“ und ich schnappe mir ein paar Pop Tarts. Ich bin gerade dabei, mich zum Frühstücken vor den Fernseher zu setzen, als Giles mich aufhält.
 
„William, ich muss mit dir reden.“
 
Verdammt, diesen Ton hasse ich wirklich. Er benutzt ihn nämlich immer genau dann, wenn er gerade kurz davor ist, mir eine richtige Abreibung zu verpassen. Ich seufze und setze mich. Irgendwie habe ich heute Morgen wirklich gar keine Lust darauf, mich mit ihm zu streiten. Mein ganzer Körper prickelt noch immer von dem, was Angel und ich gestern getan haben und ich fühle mich total high und befriedigt. Ich bin also wirklich nicht gerade scharf darauf, dass mir irgendjemand die Laune verdirbt.
 
„Gestern war Samstag“, erklärt mir Giles. Ich sehe ihn total verwirrt an. Und? „Samstags arbeite ich morgens… Ich bereite da immer die Aufgaben für die kommende Woche vor, weißt du noch?“, hilft er mir auf die Sprünge.
 
„Ja… und?“, antworte ich ihm, noch immer absolut perplex.
 
„Ich kam ungefähr gegen Spätnachmittag nach Hause. Ich habe dich gehört, William. Und ich habe Angel gehört.“
 
Ach du Scheiße.
 
„Onkel Rupert, es ist nicht so wie du denkst…“
 
„Was? Dass du und Angel Sex miteinander habt?“, schneidet er mir das Wort ab. Merkwürdigerweise schreit er mich noch immer nicht an. Nein, er redet ganz normal mit mir, sogar in einer ziemlich ruhigen Stimme. Irgendwie macht mich das echt nervös.
 
„Äh, gut… naja, es stimmt, aber ich…“ Muss ich das hier wirklich sagen? Will ich wirklich vor jemand anderem in Worte fassen, was ich für Angel fühle? Was, wenn er es abstoßend findet? Was, wenn er Angel fortschickt? Werde ich dann genug Mut aufbringen, mit ihm zu gehen?
 
„Ich… ich liebe ihn“, gestehe ich schließlich.
 
„William, wir beide wissen, dass du immer wieder Phasen durchmachst. Vor einigen Monaten wolltest du noch Dichter werden. Davor Popstar. Ich meine, sieh dir nur mal an, was du mit deinen Haaren angestellt hast.“ Er lächelt, aber gleich darauf wird seine Miene wieder ernst. „William, Angel ist eine sehr sensible Person. Ich mag ihn, wirklich, und ich will nicht dabei zusehen müssen, wie ihm jemand wehtut. Er hat schon genug durchgemacht und er erholt sich noch immer von seinem Drogenentzug. Aber was noch wichtiger ist, ich will nicht, dass du dabei verletzt wirst. Ich will nicht, dass du in einem Monat oder so zurückblickst und bemerkst, dass du einen großen Fehler begangen hast. Ich will nicht, dass du dann das Gefühl hast, du müsstest diese Beziehung aufrechterhalten, nur weil du Angel nicht wehtun willst. Wenn du dir bei dieser Sache nicht hundertprozentig sicher bist, wenn du denkst, dass es vielleicht ein Fehler sein könnte, dann musst du dich jetzt entscheiden, William. Bevor es zu spät ist. Du musst dir sicher sein, was du wirklich willst.“
 
Wow. Schon wieder. Wie mir scheint, sage ich dieses Wort heute ziemlich häufig. Mein Onkel spricht mit mir. Von Mann zu Mann, wie mit einem Erwachsenen. So, als würde er mich respektieren. Ich sag’s noch mal – Wow!
 
Plötzlich, noch bevor ich auch nur ein Wort sagen kann, höre ich, wie von oben jemand nach mir ruft. „Will?“ Es ist Angel.
 
„Hier unten“, schreie ich zurück.
 
Hastig stolpert Angel die Treppe hinab nach unten in die Küche. In seinen Händen hält er einen Stapel Leinwände. Als er meinen Onkel sieht, bleibt er wie angewurzelt stehen und blickt schüchtern zu Boden.
 
„Was hast du da?“, frage ich ihn und lege meine Hand auf seinen Arm. Giles bemerkt die Geste, sagt jedoch nichts.
 
„Ich bin fertig“, antwortet Angel leise. Er klingt irgendwie ein wenig verlegen. Zuerst verstehe ich nicht worüber er spricht, aber dann fällt mein Blick auf das, was er in den Händen hält. Wow! Er hat wieder gemalt! Ich springe auf und reiße ihm eine der Leinwände aus der Hand.
 
„William!“, mahnt mich Giles sofort. Angel beschwert sich jedoch nicht, sondern lächelt, als er meinen Enthusiasmus sieht. Ich drehe die Leinwand um und lege sie vorsichtig auf den Tisch, wobei ich die Zeitung und das Geschirr achtlos beiseite schiebe, damit auch ja keine Flecken daran kommen. „William!“, beschwert sich Giles erneut, aber ich höre ihn kaum.
 
„Bloody Hell!“, rufe ich. „Wow!“ Im Bruchteil einer Sekunde liege ich in Angels Armen und küsse ihn. Ich kann gar nicht genug kriegen, von seinem warmen, feuchten Mund und seiner Zunge, die meine Berührungen voller Verlangen erwidert. Ich halte ihn einfach nur fest und habe das Gefühl, dass dies die beste Entscheidung ist, die ich jemals im Leben gefällt habe.
 
„Angel, ich liebe dich“, erkläre ich ihm hier, direkt vor meinem Onkel und ein tiefes Rot breitet sich auf seinen Wangen aus. Ich habe Angel noch nie zuvor erröten sehen. Ich glaube, ich sollte es künftig öfters drauf anlegen. Und außerdem sollte ich dringend meinen Wortschatz erweitern. Dieses ständige ‚Wow’ sollte echt schleunigst ersetzt werden.
 
„Angel, die sind… einfach großartig“, staunt mein Onkel. Er steht auf und nimmt Angel eine weitere Leinwand aus den Händen. Ich schwöre es, ich sehe wie seine Augen feucht werden. „Wie… das ist…“, stottert er.
 
Denn ja, die Bilder *sind* großartig. Sie sind absolut perfekt in jeglicher Hinsicht. Und ich weiß, dass Angel nur deshalb wieder malen kann, weil er glücklich ist. Er ist glücklich unseretwegen… meinetwegen. Vielleicht haltet ihr mich ja für egoistisch, aber um ehrlich zu sein, mir selbst geht es ganz genauso. Ich konnte mit meinem Roman auch nur deshalb anfangen, weil Angel in mein Leben getreten ist und weil auch ich glücklich bin.
 
Den ganzen Nachmittag verbringen wir damit, Angels Bilder zu betrachten. Er zeigt meinem Onkel sogar die Gemälde von seiner toten Schwester. Aber auf seinen neuesten Bildern ist nicht sie zu sehen, sondern ich. Es gibt da ein paar, die unser Haus zeigen, aber die hab ich mir kaum angesehen. Ich kann einfach nicht fassen, wie Angel mich gemalt hat. Ich meine, ich sehe aus wie eine Art griechischer Gott oder so. Makellos in jeder Hinsicht. Er hat jedes noch so kleine Detail eingefangen. Jede Linie, jedes Lächeln, jeder Blick ist so real, als sei er direkt aus dem Leben gegriffen. Mein Onkel ist gleichzeitig geschockt und überglücklich über die Bilder. Er ist so begeistert, dass er über die Straße läuft und Joyce Summers holt, die hier im Ort eine Kunstgalerie leitet. Auch sie ist sofort Feuer und Flamme und gemeinsam mit Giles macht sie sich sofort daran, eine Ausstellung zu planen. Angel selbst ist irgendwie total verwundert über all das, was um ihn herum geschieht, aber ich genieße einfach nur die Aufmerksamkeit, die er mir schenkt. Nie weicht er von meiner Seite, immer sitzt er direkt neben mir und sein Bein berührt fast ständig meines. Seine Hand greift nach meiner, immer dann, wenn er denkt, wir seien unbeobachtet. Ich liebe es, wie er mich offensichtlich genauso sehr braucht wie ich ihn. Genau in diesem Moment weiß ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Angel gehört zu meinem Leben, für immer, und solange es in meiner Macht liegt, werde ich dafür sorgen, dass er niemals geht.
 
~*~*~*~
 
30. März 2002
 
Eine Woche ist vorüber und es war mit Sicherheit die stressigste Woche, die ich je hatte. Ich schrieb, während Angel malte. Wir haben sein altes Schlafzimmer umgeräumt und eine Staffelei für ihn aufgestellt sowie einen Schreibtisch mit allem drum und dran für mich. Ich muss in seiner Nähe sein, wenn ich schreibe. Es scheint fast so, als könne ich ohne seine Anwesenheit nicht mehr klar denken. Es ist still im Raum, während wir arbeiten. Ich habe inzwischen etwas mehr als tausend Seiten meines ersten Romans geschrieben und damit begonnen, ihn in mehrere kleine Bücher zu unterteilen. Angel hat sechs Bilder mit Wasserfarben fertiggestellt und ist gerade dabei, mit Öl anzufangen. Er sagt, dass seine neueste Arbeit nicht mehr rechtzeitig zur Ausstellung heute Abend fertig wird. Ölfarben können Wochen, manchmal sogar Monate brauchen, bis sie komplett trocken sind.
 
Verflucht! Es ist schon spät. Immer, wenn ich schreibe, vergesse ich total die Zeit und Angel ist, genau wie ich, völlig in seine Arbeit vertieft. Mein Onkel steht im Türrahmen und schreit uns an, weil wir schon wieder zu spät kommen. Ich glaube, so langsam fängt er an, meine Entscheidung hinsichtlich Angel zu akzeptieren. Zuerst war es ein Schock für ihn, als ich mich dazu entschloss, meine Beziehung zu Angel aufrecht zu erhalten. Die Sache mit dem Schwulsein hat ihn dabei gar nicht mal so sehr gestört, er hatte mehr Zweifel, was meine Fähigkeit betrifft, langfristige Entscheidungen zu fällen. Dieses Mal jedoch werde ich ihm beweisen, dass er Unrecht hat, was mich betrifft. Angel ist also zu mir in mein Zimmer gezogen und wir haben sein Schlafzimmer in eine Mischung aus Atelier und Büro verwandelt. Ich glaube, im Kleinen ist Giles sehr glücklich über Angel und meine Beziehung zu ihm. Er mag es, dass ich mich durchsetzen kann, wenn mein Freund in der Nähe ist. Er sagt, ich würde mich zu meinen Vorteil verändern. Ich schätze, das ist wohl schon alles an Lob, was ich je aus ihm herausbekommen werde. Engländer sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie gerne über ihr Gefühlsleben reden und Giles ist da sicher keine Ausnahme.
 
Die Ausstellung mit Angels Bildern war ein voller Erfolg. Eigentlich hatte ich erwartet mich zu langweilen, aber stattdessen verbrachte ich die meiste Zeit des Abends damit, alle verfügbaren Frauen – und auch manche nicht ganz so verfügbaren – soweit es ging von Angel fernzuhalten. Ich denke, letzten Endes kam die Botschaft wohl an. Meine Freunde sagen, dass ich überreagiere, was Angel betrifft, aber sie kennen seine Vergangenheit nicht. Sie verstehen nicht, weshalb ich solche Angst um ihn habe, vor allem, da ich ihn schon einmal fast verloren hätte. Manchmal habe ich noch immer Albträume davon, dass Malloy eines Tages wieder auftauchen könnte, um Angel noch einmal zu vergewaltigen. Ich träume davon, dass ich nach Hause komme, und Angel finde – tot, mit dem Buchstaben M in seine Brust geritzt.
 
Nach der erfolgreichen Ausstellung (Angel hat sechs Bilder verkauft!) beschließt mein Onkel, dass wir uns ein besonderes Abendessen verdient haben und schickt mich los, um beim Chinesen etwas zu holen. Ich bin froh, dass er nicht in ein Restaurant gehen will, denn alles, was ich später noch tun will, ist heißen, leidenschaftlichen Sex mit Angel haben. Es fiel mir den ganzen Abend hindurch schon so schwer, meine Finger von ihm zu lassen. Auf dem Heimweg vom Chinesen, mit der Essenstüte in der Hand, beginne ich also unsere Zukunft zu planen. Eine Zukunft mit Angel zusammen. Eine Zukunft…
 
Was zur Hölle…? Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Tür zu meinem Haus ist einen Spalt geöffnet, und dort, wo vorher das Schloss war, ist nur ein Stück gesplittertes Holz übrig. Oh Gott, nein!
 
„Angel!“, schreie ich, während ich die Tür aufstoße. Das Essen gleitet aus meinen Händen und fällt achtlos zu Boden. „Angel!“
 
Nichts. Das ganze Haus ist totenstill… Halt, warte… Plötzlich erinnere ich mich daran, dass mein Onkel eine Pistole gekauft hat, als wir damals nach Amerika gezogen sind. Es ist nur eine kleine, aber er bewahrt sie immer im Flur auf, gesichert, aber geladen. Ich erinnere mich noch gut an den furchtbar langen und ermüdenden Vortrag, den er mir darüber gehalten hat, dass ich sie ja niemals anfassen dürfe und so weiter. Ich hechte zum Sideboard im Flur und schiebe das ganze Papier und den anderen Kram, der sich darin befindet, beiseite. Ich weiß, dass sie in irgendeiner dieser Schubladen sein muss. Sie muss hier sein… sie war immer… Hab sie!! Ich sehe nach, ob sie tatsächlich geladen ist, und ja, sie ist es.
 
„Angel!“, rufe ich noch einmal, diesmal mit mehr Sicherheit in meiner Stimme, während ich die Pistole von meinem Körper weg halte. Hinter mir höre ich ein leises Geräusch und ich bleibe wie angewurzelt stehen. Da ist es wieder, es kommt aus dem Wohnzimmer. Es ist der Teil in unserem Haus, den wir kaum benutzen. Die meiste Zeit verbringen wir in unserem Schlafzimmer oder in der Küche. Langsam öffne ich die Tür und…
 
„Scheiße, Angel!“, schreie ich, während mein ganzer Körper vor Wut und Angst zittert.
 
Es sind drei Leute im Zimmer, abgesehen von meinem Onkel und Angel. Einen von ihnen kenne ich. Es ist Malloy. Die anderen müssen wohl seine Freunde sein, von denen Angel mir erzählt hat. Ich koche vor Wut, wenn ich darüber nachdenke, dass sie Angel auch nur angefasst haben. Dass sich ihre dreckigen Körper an seinen gepresst haben. Ich sehe hinüber zu meinem Onkel und erkenne, dass er mehr oder weniger unverletzt ist. Er hat eine ziemlich hässliche Beule am Kopf und ist fest an einen unserer Esszimmerstühle gefesselt. Abgesehen davon scheint er unverletzt. Meine Hauptsorge gilt allerdings Angel.
 
Er liegt auf dem Boden vor Malloys Füßen. Sein Gesicht ist grün und blau geschlagen und er blutet. Sein eines Auge ist fast komplett zugeschwollen. Seine Kleider sind zerrissen und in Malloys Händen sehe ich eine große Spritze, gefüllt mit einer weißen Flüssigkeit.
 
„Lass ihn los!“, zische ich mit zusammengebissenen Zähnen, während ich mit der Pistole in meiner Hand auf Malloy ziele.
 
„Du dummer Junge“, lacht der nur.
 
Ich sollte bei diesen Detektivfilmen das nächste Mal wirklich besser aufpassen. Denn von hinten wirft sich plötzlich noch ein Mann gegen mich und die Wucht des Stoßes schleudert mich einmal quer durch den Raum. Ich knalle gegen das Sofa, wo ich einen Moment lang nach Atem ringe und die Pistole schlittert über den Holzboden außer Reichweite. Ich schreie vor Wut und versuche, nach diesem neuen, bislang unbekannten Feind zu treten. Mein Fuß trifft ihn am Oberschenkel und er schreit vor Schmerz laut auf. Gut! Dummerweise bin ich aber trotzdem ein wenig in der Unterzahl, und schon bald haben mich Malloys drei Verbündete umringt.
 
„Fesselt ihn“, befielt ihnen Malloy. „Seinetwegen sind wir nicht hier.“
 
Sie ziehen mich hoch auf die Knie und fesseln meine Hände mit weißen Plastikschnüren. Es ist wirklich völlig unmöglich, diese verdammten Dinger zu zerreißen. Dann fesseln sie auch meine Fußgelenke aneinander, und ich bin praktisch bewegungsunfähig. Anschließend wird mir noch ein großes Stück Klebeband unsanft über den Mund geklebt. Als sie mit mir fertig sind, richtet der Zuhälter seine Aufmerksamkeit wieder auf Angel. Er kniet sich auf den Boden neben ihn und stößt Angel um, sodass er auf dem Rücken liegt. Angel stöhnt vor Schmerz auf und ich erkenne, dass sie ihn wohl ziemlich hart am Kopf getroffen haben. Direkt über seinem Haaransatz verläuft eine ziemlich große Risswunde, und daher kommt wohl auch das ganze Blut.
 
„Hallo, mein hübscher Junge“, murmelt Malloy, während er über Angels Gesicht streicht.
 
Ein gepeinigtes Stöhnen kommt über Angels Lippen. Er versucht, vor der Berührung zurückzuweichen, keucht dann jedoch auf, da seine Kopfwunde durch die Bewegung schmerzt.
 
„Du hättest wirklich nicht vor mir davonlaufen sollen, Angel. Du gehörst mir. Du kannst mich nicht einfach so verlassen. Ich dachte eigentlich, dass ich dir das ein für allemal beigebracht hätte. Hast du denn damals, in dieser Nacht, überhaupt nichts dazugelernt?“
 
Angels Augen werden groß vor Furcht, und er versucht verzweifelt, von Malloy wegzurutschen. Malloy jedoch greift seinen Arm und zieht ihn zu sich zurück. Angels Hände versuchen vergeblich Malloys Männer von seinem Körper fernzuhalten, während sie ihm sein Hemd herunterreißen und damit beginnen, seine Hose aufzuknöpfen. Er beginnt vor Panik zu schreien, und fleht sie an damit aufzuhören. Seine Bewegungen sind jedoch fahrig und wirkungslos, er macht den Eindruck als sei er betrunken und ich glaube, er hat eine Gehirnerschütterung. Mit einer einzigen, blitzschnellen Bewegung verpasst Malloy ihm eine schallende Ohrfeige, und Angel fällt zurück auf den Boden und schreit vor Schmerz auf, als sein Kopf auf die Dielen knallt. Tränen stehen mir in den Augen und innerlich schreie ich, weil ich weiß, dass ich ihm nicht helfen kann! Ich habe solche Angst ihn zu verlieren. Als Angel schließlich nackt ist, spreizt Malloy seine Beine auseinander und schiebt ihm grob einige seiner Finger in den Anus. Angel schreit laut auf und windet sich auf dem Boden hin und her, in einem verzweifelten Versuch dem brennenden Schmerz zu entkommen.
 
„Du gehörst mir. Du bist meine Hure, Angel. Noch nie zuvor hat jemand es gewagt, mich zu verlassen. Wenn sie es versuchen, dann muss ich einfach nur ein Exempel an ihnen statuieren. Ist doch so, oder Jungs?“ Malloy blickt nach oben zu seinen Partnern und sie lachen mit ihm über diesen kleinen, privaten Witz.
 
Dummerweise verstehe auch ich inzwischen die Hintergründe dieses Witzes. Jerome hat mir damals erzählt, was es mit Malloys Prostituierten auf sich hat. Noch nie zuvor hat irgendjemand es gewagt ihn zu verlassen, noch nie zuvor hat jemand lange genug gelebt um damit durchzukommen. Ich weiß jetzt, dass das so ist, weil Malloy sie einfach tötet. Sobald er die ersten Anzeichen sieht, dass sie dabei sind sich wieder zu fangen und ihr Leben in den Griff zu bekommen, tötet er sie einfach. Genau, wie er es jetzt gerade mit Angel vorhat. Erst wird er Angel vergewaltigen und dann wird er ihm eine Überdosis verpassen, genau wie er es vorher schon bei anderen getan hat.
 
„Du warst immer mein hübschester Junge, Angel. Du warst mein Liebling. Dein Arsch war immer so eng und so heiß, ganz egal wie oft ich ihn dir aufgerissen habe.“ Malloy streicht mit seiner Hand über Angels Körper, obwohl dieser sich verzweifelt dagegen wehrt. Zumindest versucht er es, soweit es seine Verletzungen überhaupt zulassen. Malloy dringt mit zwei weiteren Fingern in Angels Körper ein, und dieser schreit erneut vor Schmerz laut auf. Verzweifelt rudert er mit den Armen und versucht seinem Peiniger zu entkommen, während Malloy im Begriff ist, die Spritze mit der Nadel daran nach unten zu stoßen.
 
PENG!
 
Der Knall ist ohrenbetäubend und hallt im ganzen Raum wider. Er ist so laut, dass mein Trommelfell schmerzt. Zuerst verstehe ich gar nicht, was überhaupt passiert ist. Ich blicke auf Malloy, der mit riesigen, leeren Augen nach unten auf Angel starrt. Die Spritze gleitet aus seiner Hand und zerspringt auf dem Holzboden in tausend Scherben. Dann wandern meine Augen nach unten zu Malloys Brustkorb und ich sehe, wie sich auf seinem Hemd ein roter Fleck bildet, der langsam größer wird und sich ausbreitet. Plötzlich wird die Totenstille im Raum durch Schreie und heisere Flüche durchbrochen. Es knallt noch zweimal, und ein weiterer Körper fällt zu Boden. Dann werde ich selbst umgerissen und falle auf die Seite, als Malloys verbliebene Partner an mir vorbeihasten, zur Vordertür rennen und fliehen. Von draußen höre ich weitere Schreie, dann das Aufheulen eines Motors als sich ein Auto mit Vollgas entfernt.
 
Ich glaube nicht, dass ich wirklich verstehe, was hier gerade passiert ist. Meine Augen können nicht begreifen, was sie sehen. Vor mir liegen zwei Leichen. Eine davon ist Malloy, getötet durch einen Schuss in die Brust. Er ist direkt über meinem Angel zusammengebrochen. Angel, der die Pistole in der Hand hält, die ich zuvor verloren hatte. Angel, der so aussieht, als stünde er völlig unter Schock, nachdem er gerade seinen schlimmsten Feind getötet hat.
 
Verzweifelt versuche ich, mich von meinen Fesseln zu befreien, aber es ist unmöglich. Plötzlich durchbricht die Stimme einer Frau die Stille und Joyce Summers kommt ins Zimmer gerannt. In ihrer Hand hält sie ein riesiges Küchenmesser, aber sobald ihr Blick auf die zwei Toten fällt, fängt sie an zu schreien. Glücklicherweise braucht sie nicht allzu lange, um sich wieder zu fangen und als sie mich neben der Tür bemerkt, schneidet sie mich endlich los. Sie ist total außer sich und redet lauter wirres Zeug, aber im Moment habe ich nicht die Zeit sie zu beruhigen. Ich muss zu Angel. Ich reiße mir das Klebeband vom Mund und krieche langsam zu ihm hinüber. Hinter mir höre ich, wie Joyce auch meinen Onkel befreit.
 
„Angel?“, flüstere ich sanft, da ich versuche, ihn nicht noch zusätzlich zu erschrecken. Angel bewegt sich nicht. Seine Augen starren noch immer völlig geschockt auf Malloys toten Körper. Ich bemerke, dass er zittert und völlig nass geschwitzt ist, daher strecke ich meine Hand aus und ziehe den Überwurf vom Sofa. Dann krabble ich langsam auf ihn zu.
 
„Angel?“, frage ich noch einmal, diesmal direkt in sein Ohr. Mit einem Mal scheint Angel zu begreifen, dass ich wirklich hier bin und sein panischer Blick richtet sich auf mich. „Angel? Es ist alles okay, es ist vorbei…“
 
„W-Will?“, stottert er. „Will…“
 
Angel lässt die Pistole fallen und Panik überkommt ihm, als er begreift, dass Malloys Körper auf seinem liegt. Ich ergreife seine Hand und schiebe Malloy mit meinem Fuß von Angel herunter. Im nächsten Augenblick liegt Angel in meinen Armen, eng an meinen Körper gepresst, und schluchzt herzzerreißend in meine Schulter. Ich werfe die Decke über uns, um seine Nacktheit zu bedecken.
 
„Oh Gott, Angel… fast hätte ich dich verloren…“, weine auch ich während ich mein Gesicht in sein dichtes Haar presse. Ich halte ihn so fest ich kann, und denke gar nicht darüber nach, dass er ja eigentlich verletzt ist. Ich muss ihn einfach spüren. Ich muss wissen, dass er am Leben ist, und bei mir bleibt… für immer.
 
~*~*~*~
 
2. April 2002
 
Angel wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen. Sie hatten ihn ziemlich lange unter Beobachtung wegen diesem Schlag, den er auf den Kopf bekommen hat. Er musste sogar mit elf Stichen genäht werden und wahrscheinlich wird eine Narbe zurückbleiben. Zum Glück wird man die niemals sehen, zumindest nicht, solange er nicht eine Glatze bekommt und ich bezweifle, dass das passieren wird. Seine anderen Verletzungen sind auf dem besten Wege gut zu verheilen und er wird keine dauerhaften Schäden zurückbehalten. Ich bin halb durchgedreht, als ich Angel im Krankenhaus sah. Ich hatte schreckliche Angst, er würde mich nach allem, was passiert ist, vielleicht nicht mehr in seiner Nähe wollen. Zu meiner großen Erleichterung war jedoch das erste, was er sagte, dass er mit mir zusammen nach Hause gehen wolle, in unser Bett, um mich dort zu lieben.
 
Als wir nach Hause kamen, hatten mein Onkel und Joyce ein Abendessen vorbereitet und Angel war zuerst ein wenig überrascht, dass sie tatsächlich noch immer mit ihm befreundet sein wollten, nach allem, was er getan hatte. Ich weiß, dass er wegen Malloys Tod Schuldgefühle hat, aber es gab keinen anderen Weg. Entweder das, oder an einer Überdosis sterben. Zum Glück war die Polizei genau derselben Meinung und nachdem sie Angel befragt hatten, beschlossen sie, die Angelegenheit ruhen zu lassen. Sie verwarnten ihn zwar wegen Prostitution für die Zeit, in der er auf der Straße gearbeitet hatte, aber mein Onkel setzte sich für ihn ein und verbürgte sich dafür, dass dies nie wieder geschehen würde. Er sagte ihnen, Angel habe nun ein Heim, eine Familie und eine zukünftige Karriere als erfolgreicher Künstler.
 
Nachdem alle weg waren, konnte ich endlich wieder Zeit alleine mit meinem Lover verbringen. Das war der Moment, in dem ich ihm die überraschende Neuigkeit überbrachte. Wir lagen gemeinsam im Bett, nackt, da wir uns gerade leidenschaftlich geliebt hatten, und ich reichte ihm den Brief. Er war von einem Verleger für Taschenbücher. Sie hatten meinen Roman unter Vertrag genommen und wollten ihn im Herbst drucken und veröffentlichen. Sie hatten sogar gefragt, ob es noch weitere Bücher in der Serie geben würde.
 
„Ich liebe dich, für immer, Will“, flüsterte Angel als ich ihn zum Schlafen in den Arm nahm.
 
„Mein Angel“, antwortete ich nur.
 
~*~*~*~
 
23. Februar 2052
 
Heute ist mein 68. Geburtstag. Es ist auch gleichzeitig mein 50. Jahrestag mit Angel. Ja, wir sind jetzt bereits seit 50 Jahren zusammen. 50 Jahre lang habe ich meinen Angel immer geliebt. Über die Jahre hinweg sind wir zusammen alt geworden und haben uns verändert, aber ich liebe ihn noch immer. Für mich hat es nie einen anderen gegeben. Angel ist inzwischen auch nicht mehr so schüchtern und in sich gekehrt, er redet mehr mit Leuten, aber seit Malloys Tod ist er nie wieder von meiner Seite gewichen. Ihr denkt vielleicht, dass 50 Jahre eine sehr lange Zeit sind, wenn man ständig zusammen ist, so vollkommen und immerwährend, aber für mich ist es nicht einmal annähernd genug. Angel braucht mich, aber ich brauche Angel mindestens genauso sehr.
 
Ich bin inzwischen ein erfolgreicher Schriftsteller, aber wie schon damals kann ich auch heute nur dann schreiben, wenn Angel bei mir ist. Meine Romane sind Bestseller, und ich war der erste schwule Autor der jemals weltweiten Beifall erntete, für meine Angel & Spike Romane. Bis heute verkaufen sie sich noch immer gut. Allerdings schreibe ich inzwischen auch andere Bücher. Ich schreibe Mystery, Krimis, Horrorgeschichten, und ja, zwischenzeitlich habe ich mich sogar mal an einem Liebesroman versucht. Natürlich wurde der unter einem völlig anderen Namen veröffentlicht, aber ich selbst war sehr zufrieden damit. Ich schrieb über eine Prostituierte, die jemandem das Leben rettet, der sich dann in sie verliebt. Das Buch war ein ganzes Jahr lang an der Spitze der Bestsellerlisten.
 
Auch Angel hatte Erfolg mit seiner Malerei. Sein letztes Bild ging gerade erst für sagenhafte eine Million Dollar über den Tisch. Das meiste von dem Geld hat er dem örtlichen Kinder- und Jugendheim gespendet, das dafür zuständig ist, Kinder von den Straßen zu holen. Ich habe nichts dagegen, da das Heim nach Kathy benannt ist, seiner Schwester. Wegen meiner Schreiberei und meinen Geschäften wohnen wir die meiste Zeit über in LA, aber manchmal, wenn uns alles zu stressig wird, ziehen wir für eine Weile zurück nach Sunnydale und wohnen in dem Haus, das mir mein Onkel in seinem Testament vermacht hat. Es ist noch immer unser Zufluchtsort, unser einziges, echtes Zuhause.
 
Immer wenn wir dort sind, kommen all unsere Freunde zu Besuch, mit ihren Kindern und Enkelkindern. Es gibt so viele von ihnen, dass ich mir gar nicht all ihre Namen merken kann, aber für sie bin ich ihr Onkel. Es ist nett, ein Onkel zu sein. Sie kommen und besuchen uns, wir spielen mit ihnen und dann gehen sie wieder nach Hause. Gott sei Dank! Ich erinnere mich, als ich noch jünger war, hat mich einmal ein Reporter gefragt, ob es mir denn Leid täte, dass ich niemals heiraten und eigene Kinder haben könne. Angel wirkte bei dieser Frage sehr betroffen, denn es gab Zeiten, in denen er mich dasselbe fragte. Wann immer dies geschah und wir alleine waren, hielt ich ihn einfach so lange fest und ließ ihn nicht gehen, bis ich ihn davon überzeugt hatte, dass ich ihn über alles liebe. Während des Interviews jedoch nahm ich einfach nur Angels Hand und gab meine ehrliche, unmissverständliche Antwort: „Nein“.
 
Wie auch immer, zurück zum heutigen Tag. Meine Freunde haben für Angel und mich eine riesige Party geplant. Es ist sozusagen eine Doppel-Feier, da heute ja mein Geburtstag und gleichzeitig auch unser Jahrestag ist. Angel hasst große Parties und ich wette, dass er sich den ganzen Abend hindurch nie weit von mir entfernen wird. Er mag zwar 70 sein, aber das ändert nichts daran, dass sowohl Frauen als auch Männer trotzdem immer noch gerne einen zweiten Blick riskieren. Daher, wenn er heute Abend nicht von meiner Seite weicht, muss ich mir wenigstens keine Gedanken darüber machen, ob eventuell jemand versuchen könnte, ihn anzubaggern. Er ist in Würde gealtert, sein Haar ist noch immer dicht, aber inzwischen ist es weiß wie Schnee. Sein Körper ist noch immer muskulös und er trainiert auch noch jeden Tag, um sich fit zu halten. Er sagt, das erspart uns, Viagra kaufen zu müssen, daher versuche auch ich, so gut es geht in Form zu bleiben. Ich glaube, selbst wenn ich eines Tages im Sterben liege, werde ich noch immer den Wunsch verspüren Angel zu lieben. Angel sagt, dass ich mich über die letzten 50 Jahre hinweg kein bisschen verändert habe. Ich bin noch immer drahtig, dünn, mit feinen, blonden Haaren. Ich hatte mal diese Phase, in der ich sie blau gefärbt habe, aber dann fing Angel jedes Mal an zu lachen wenn wir Sex hatten. Er musste zurückdenken an die Zeit, als er den Seifenspender mit Toilettenfärbemittel gefüllt hat, und ich hinterher einen Tag lang blaue Hände hatte. Gleich am nächsten Tag habe ich mir die Haare wieder gebleicht. Es sollte ja schließlich keiner denken, ich hätte versehentlich meinen Kopf in die Toilette gesteckt, oder?
 
Es ist schon an der Zeit, auf die Party zu gehen und Angel legt seine Pinsel aus der Hand. Er setzt sich neben mich auf den Stuhl und schlingt seine Arme um meine Taille.
 
„Na, haben Angel und Spike noch immer ihren Spaß?“, fragt er.
 
„Yeah“, antworte ich ihm zerstreut. Manchmal wünschte ich wirklich, die Geschichte würde von uns handeln. Ich wünschte, wir wären Vampire, für immer am Leben und verliebt bis in alle Ewigkeit. Wir wären unsterblich und selbst, wenn die Welt um uns herum zu Staub zerfällt, wir wären noch immer da, in Liebe vereint.
 
„Und Angel, sorgt er sich mal wieder um sein Haargel?“, fragt mein Angel. „Und macht Spike sich noch immer Gedanken um sein Image als ‚Big Bad’“?
 
„Hey, er ist ein großer, böser, gefährlicher Vampir. Und dass du mir das ja nicht vergisst. Angel ist derjenige mit dem Schuldkomplex. Er ist derjenige, der sich mal um sein Image und seine ständigen Gewissensbisse Gedanken machen sollte.“
 
Angel lacht leise und küsst mich zärtlich. Aber so leicht wird er nicht davon kommen. Ich ziehe ihn näher an mich heran und küsse ihn noch einmal und diesmal erforscht meine Zunge jeden einzelnen Winkel seines Mundes. Meine Hand gleitet über die Vorderseite seines Hemdes nach unten, bis zu seiner Hose und ich grinse. Er ist hart.
 
„Na, hast du Lust zur Party zu spät zu kommen?“, flüstere ich in sein Ohr, während ich an seinem Ohrläppchen sauge.
 
„Warum?“, murmelt er zurück, während seine Hand meinen Rücken hinab gleitet, um meinen Po zu massieren.
 
„Ich will dich ficken“, antworte ich ihm, bevor ich ihn erneut leidenschaftlich küsse.
 
„Also wirklich, diese Ausdrucksweise“, tadelt er.
 
„Ja, du stehst drauf.“
 
„Na dann fick mich“, fordert er mich auf.
 
Ich ziehe ihn von Stuhl hoch auf direktem Weg in unser Schlafzimmer. Wir fallen auf das Bett und unsere Lippen treffen sich erneut, während wir einander mit unseren Händen liebkosen.
 
Es ist nicht von Bedeutung, dass wir keine Vampire sind. Dass wir alt werden und sterben. Uns beiden wird die Ewigkeit gehören, denn unsere Liebe wird für immer andauern. Auch wenn man sich eines Tages nur noch durch meine geschriebenen Geschichten über Angel und Spike daran erinnert. Man wird uns niemals völlig vergessen, und im nächsten Leben, selbst wenn ich zurückkomme als William the Bloody… als Spike, selbst dann werde ich Angel immer lieben… meinen Angel… meinen Sire… meinen Angelus.


~Ende




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