AUTOR: Shara Nesu
WEBSITE: Shara Nesu's Place
ÜBERSETZUNG: liv
GENRE: Alternative Reality, Angst, Romantik, Drama, Hurt/Comfort, Sex, Sire/childe
FREIGABE: NC-17 / ab 18
SETTING: BtVS Staffel 3, in der Folge #3.08 Lover’s Walk
INHALT: Was wäre wenn... Spike anstelle des Liebeszaubers etwas anderes von Willow verlangt hätte?
SERIE: Teil von Sharas „What If“-Reihe, die auf einer Alternate Universe-Idee der Marvel Comics beruht: Was wäre passiert, wenn ein bestimmtes Ereignis in der offiziellen Timeline der Serie anders verlaufen wäre? „Second Times“ ist zwar Teil der „What If“-Serie, inhaltlich ist sie jedoch abgeschlossen und vollkommen eigenständig.
WARNUNG: Chip- und seelenloser Spike, sowie häusliche Gewalt, körperliche Züchtigung und Misshandlung eines Schutzbefohlenen. Außerdem gibt es noch die üblichen Warnungen für eine Vamp!Fic: Tod, Mord, Bloodplay, Sex und Dom/sub-Motive etc.
DANK: Vielen Dank an Indi und Stephie fürs Beta-Lesen. Diese Übersetzung ist Silverbird gewidmet, die mir mit ihrem Weihnachts-Überraschungspaket eine Riesen-Freude gemacht hat, und Indi, die mir mit ihrer Terminsetzung für den Adventskalender auf www.summer-of-indians.de endlich das nötige Feuer unterm Hintern gemacht hat.

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Second Times


by Shara Nesu



Es ist später Nachmittag, als ich endlich meine Augen öffne. Zuerst bin ich völlig verwirrt, weil ich nicht alleine im Bett liege, aber dann kommt alles mit schockierender Klarheit zurück. Liam, wie er plötzlich auf meiner Schwelle stand und mir seinen engelsgleichen Körper anbot. Wie er sich dazu bereit erklärt hat meine Hure zu sein, im Austausch für einen Schlafplatz und ein gutes Essen. Ich reibe über meine müden Augen und drehe mich um.
 
Liam ist schon wach und starrt auf den Haufen mit Künstlersachen, den ich in der Ecke aufgetürmt habe. Letzte Nacht hat er ihn gar nicht bemerkt, er war viel zu sehr damit beschäftigt, sich durchficken zu lassen. Er ist noch immer unbekleidet, aber er hat das Bettlaken um seinen Körper gewickelt, um seine Nacktheit zu verbergen. Er bemerkt nicht einmal, dass ich aufgewacht bin und ihn betrachte. Mit offenem Mund starrt er auf die Staffelei und die Farben.
 
„Gefallen sie dir?“, frage ich ihn mit einem Grinsen.
 
„Huh?“, Liam zuckt ein wenig zusammen als der Klang meiner Stimme plötzlich die Stille durchschneidet, dann dreht er sich um und sieht mich an, mit einem leichten Rotschimmer auf seinen Wangen. „Ich wusste gar nicht, dass Ihr ein Künstler seid.“
 
„Bin ich auch nicht. Die Sachen sind für dich.“ Ich drehe mich um und klettere aus dem Bett. Dann greife ich nach meiner Hose, um sie mir überzuziehen.
 
„Für mich? Warum?“
 
“Weil ich wusste, dass deine hinüber sind”, antworte ich lässig. Die Tatsache, dass ich die Sachen schon gekauft hatte, noch bevor ich überhaupt wissen konnte, dass sein Vater seine eigenen vernichtet hatte, lasse ich bei dieser Gelegenheit dezent unter den Tisch fallen. Ich ergreife ein Blatt sauberes, weißes Papier, lege es auf die Staffelei und schnappe mir die neuen Kohlestifte. Es gibt da etwas, das ich will und um die Wahrheit zu sagen, ich habe ein wenig Angst davor, ihn darum zu bitten. Ich laufe zurück zum Bett und reiche ihm die Malsachen, bevor ich mich neben ihm auf der Bettkante positioniere.
 
„Ich möchte, dass du mich zeichnest“, sage ich mit einem nervösen Flattern im Magen. „Äh… du machst doch auch Portraits, oder?“
 
“Aye, ich kann alles zeichnen, was ich auch sehen kann”, erklärt er mir mit Nachdruck.
 
Er nimmt einen der Kohlestifte in die Hand und legt die Staffelei auf seinen Schoß. Interessiert sehe ich dabei zu, wie er seine Künstlersachen vorbereitet und wie er anschließend mein Gesicht mustert. In diesem Moment bin ich echt dankbar, dass es für mich unmöglich ist rot zu werden. Er sieht mich so unverhohlen an, studiert mich so genau, als wolle er jeden einzelnen Quadratzentimeter meines Gesichtes vermessen. Langsam nimmt er einen der Kohlestifte in die Hand und beginnt damit auf dem Papier umher zu fahren. Ich betrachte seine Hand und die Striche, die er so sorgfältig zeichnet, aber ich kann absolut gar nichts erkennen. Kein Muster, keine Form. Für mich sieht es nur nach verschmierten Linien auf einem ansonsten leeren Papier aus. Schwarze Striche in einem Meer aus Weiß – nicht mehr.
 
Liam ist von seiner Arbeit vollkommen gefesselt. Seine gesamte Konzentration ruht nur auf dem Papier und auf meinem Gesicht. Immer wieder springen seine Augen zwischen dem Blatt und meiner Haut hin und her, bevor sie die Richtung seiner Hand bestimmen. Schließlich gebe ich es auf, auch nur zu versuchen, Liams Komposition zu verstehen. Stattdessen beschränke ich mich darauf, einfach nur sein Gesicht zu betrachten. Seine Augen sind so aufgeweckt, voller Intelligenz, Verschmitztheit und Schalk, doch nun leuchten sie förmlich vor tiefer Konzentration und Schönheit. Ich bemerke, dass er sich vor lauter Anstrengung auf die Unterlippe beißt, ohne es selbst zu merken, während er emsig Strich für Strich aufs Papier bringt. Seine Stirn runzelt sich, als er sich auf eine bestimmte Stelle meines Gesichts konzentriert und er kneift seine Augen leicht zusammen, dann überträgt er das, was er sieht, auf das Medium vor sich.
 
Ich vergesse völlig die Zeit, während ich einfach nur sein Gesicht und jede seiner Bewegungen beobachte. Wir müssen schon seit Stunden hier sitzen, denn ich kann hören, wie sein Magen plötzlich deutlich hörbar zu knurren anfängt. Aber er scheint es überhaupt nicht zu bemerken, denn er zeichnet unbeirrt weiter. Plötzlich jedoch hält seine Hand inne und er scheint das Portrait noch einmal kritisch zu begutachten. Dann, mit einem schüchternen Blick auf seinem Gesicht, reicht er mir das fertige Bild. Völlig verdutzt starre ich auf seine Arbeit. Die verschmierten Striche, die Schattierungen, die Linien aus Kohlestaub… sie haben sich in mich verwandelt. Es ist ein Bild von mir! Mein Gesicht und ein Teil meiner nackten Brust. Ich! Seit fast 150 Jahren habe ich mein Gesicht nicht mehr gesehen. Ich sehe… wow… das bin ich.
 
„Das… bin ich“, flüstere ich.
 
„Ihr scheint überrascht“, bemerkt Liam, während er meine Reaktion auf sein Portrait mit erwartungsvollem Interesse beobachtet. „Ihr seid der Traum eines jeden Künstlers. Diese wundervollen Wangenknochen, diese leuchtend blauen Augen, die blasse Haut…“ Liams Stimme stockt und als ich den Kopf hebe bemerke ich, dass sein Gesicht von einer feinen Röte überzogen ist.
 
„Du wirst mir nicht glauben, wenn ich dir sage, wie lange es her ist, dass ich mich selbst gesehen habe“, erkläre ich ihm wahrheitsgemäß.
 
„Ihr seid sehr gut aussehend“, flüstert er. Die Röte wandert nun über seinen Körper weiter nach unten.
 
Ich lehne mich nach vorne und gebe dem plötzlichen Bedürfnis nach, diese warmen Lippen zu küssen. Liam gibt einen leisen Stöhnlaut von sich, aber er weicht nicht zurück. Der Kuss ist leicht und schnell, eher eine Geste der Dankbarkeit als der Leidenschaft. Als ich mich jedoch von ihm losreiße, ist da definitiv ein Anzeichen von Leidenschaft. Das Laken, das seinen Schoß bedeckt, beult sich ganz zweifellos ein ganzes Stück stärker aus als zuvor. Plötzlich neigt Liam den Kopf und sieht mich verführerisch unter gesenkten Lidern an. Ich kann nicht anders, mit meinem Finger muss ich einfach über seine Wange streichen. So warm, so rot und so mein.
 
Mein? Sofort rutsche ich ein Stück von ihm weg und greife hastig nach meinem Hemd. Ich muss endlich aufhören auf diese Weise an ihn zu denken. Gott, man könnte ja fast auf die Idee kommen, ich würde ihn lieben. Und nur um das ein für allemal klar zu stellen – ich liebe ihn nicht! Nein! Ich liebe Liam nicht. Nope, auf keinen Fall! Richtig!
 
“Ähm… möchtest du mir beim Abendessen Gesellschaft leisten?”, frage ich ihn, weil mir wieder einfällt, wie laut sein Magen geknurrt hat. Ich hasse den Ton, in dem der Satz aus meinem Mund kommt. Es klingt als wäre es mir wichtig, dass er bei mir ist. Als würde ich einfach nur dasitzen wollen, um mit ihm gemeinsam zu essen und zu reden. Ich werfe einen Blick hinüber zu Liam. Er scheint ängstlich und unsicher. „Schau, du kannst heute Nacht hier bleiben, das Portrait ist die Bezahlung, okay?“
 
Mit einem Nicken nimmt Liam mein Angebot an, dann beginnt er sich anzuziehen. Wow! Er ist so groß, so breit und so kräftig. Schnell drehe ich mich weg und versuche mich abzulenken. Alles, nur nicht über sein Aussehen nachdenken. Nur dummerweise ist mein Schwanz da leider anderer Meinung, denn allein beim Gedanken an Liams nackten Körper wird er auf der Stelle hart.
 
Kurze Zeit später sitzen wir in der vollgestopften Taverne und während ich noch mehr von diesem ekelhaften Ale in mich reinschütte, macht sich Liam über sein Abendessen aus Kartoffeln und Fleisch her. Heute ist er sehr viel entspannter und während er isst, unterhalten wir uns. Die meiste Zeit über geht es um ganz belanglose Dinge, wie das Wetter, Kriege und Politik. Als ich jedoch seine Familie erwähne, wird Liam plötzlich still. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ich seine Schwester Kathy erwähne.
 
Bei Kathy werden Liams Augen hell und leuchtend und er lächelt ohne es zu bemerken. Er erzählt mir, dass sie das Ergebnis einer unerwarteten Schwangerschaft war, da alle dachten, seine Mutter sei viel zu alt, um überhaupt noch Kinder zu gebären. Sie ist zwölf Jahre jünger als er, und sein Vater wollte unbedingt einen Jungen, der ihm seinen nutzlosen Sohn ersetzen würde. Letzten Endes war er furchtbar enttäuscht und so hat Liam eine ungewollte Schwester bekommen. Sein Vater interessierte sich kaum für das Mädchen und daher hat Liam die meiste Zeit seiner Jugend damit verbracht, sich um sie zu kümmern. Und sie vor den Prügeln seines Vaters zu bewahren. Als er schließlich 23 war, nach seiner öffentlichen Demütigung, wurde der Hass, den sein Vater für seine beiden Kinder empfand, nur noch schlimmer, und die Prügel, die Liam bezog, wurden noch heftiger. Sein Vater hasste Liams Lebenseinstellung, seine Leidenschaft für die Malerei und für das Zeichnen und er sah nichts als Teufelei in der Liebe, die die Geschwister füreinander hegten. In Wirklichkeit war es wohl weniger Geschwisterliebe als die Liebe eines Vaters zu seinem Kind, die die beiden miteinander verband, denn im Grunde war Liam genau das für Kathy. Er war der einzige Vater, den sie je hatte.
 
Liam glaubt er sei wertlos, verdorben und im Grunde nicht mehr zu retten. Er ist so sehr davon überzeugt, dass er seinen eigenen Körper verkauft hat, für nicht mehr als eine Mahlzeit und ein warmes Bett zum Schlafen. Er hat sich selbst prostituiert, weil er glaubt, dass er in dieser Welt nichts mehr zu erwarten hätte. Als ich ihn frage, ob er denn nicht hätte heiraten können, lacht er nur. Er sagt, er hätte nichts, was er einem Mädchen bieten könnte. Für seine eigene Familie ist er nur ein Schandfleck, eine Missbildung, und sein Ruf ist völlig ruiniert. Durch seine Vorurteile hat ihm sein Vater den Beweis dafür geliefert, dass sein Leben wertlos und ohne Bedeutung ist, und Liam hat jedes einzelne seiner Worte verinnerlicht. Er hat niemals auch nur daran gedacht, sein Talent als Maler anzubieten, oder Porträts zu verkaufen. Nein, Sein Vater hat ihm von jeher eingebläut, dieses Talent sei trivial und vollkommen wertlos.
 
Noch nie in meinem Leben ist mir ein Mann wie Liam begegnet. Jemand, der von seinem eigenen Vater so systematisch zerstört und erniedrigt wurde. Sein Selbstbewusstsein, sein Selbstwertgefühl, all das ist praktisch nicht vorhanden. Sein Leben lang hat ihm sein Vater erklärt er sei wertlos, und Liam hat ihm geglaubt.
 
Als ich mir erneut meine Erinnerungen von Angelus ins Gedächtnis rufe, kommt mir der Gedanke, dass all seine furchtbaren Taten vielleicht einfach nur einen Weg für ihn waren zu beweisen, dass es eben doch etwas gab, in dem er gut war. Selbst wenn es nur Tod, Folter und Chaos waren. Ich glaube, dass dies der Quell ist, aus dem zumindest ein Teil von Angelus’ Schmerz stammt, und der Grund, weshalb er stets all seine Gefühle unterdrückt hat, weshalb er nie geliebt hat. Er hat die einzige Person getötet, für die er jemals etwas empfunden hat – Kathy. Danach gab es niemanden mehr, niemand konnte sein Herz je wieder so berühren wie sie.
 
„Ich schätze ich werde wohl doch zurück nach Hause gehen müssen. Ich habe kein Geld mehr und niemand wird mir Arbeit geben“, sagt Liam.
 
Ich reiße mich selbst aus meinen Gedanken und erkenne, dass ich wohl die letzten paar Minuten unseres Gesprächs verpasst habe. Ich lächle, denn ich weiß, dass ich eine Lösung für sein Problem gefunden habe.
 
„Du hast mich“, erkläre ich ihm. Er sieht mich mit großen Augen an. „Du bist jetzt meine Hure, dieser großartige Körper und dieser enge Hintern sind als Bezahlung für ein Bett zum Schlafen völlig ausreichend. Du musst nicht mehr zurück nach Hause.“ Ich grinse ihn an als ich sehe, wie sein Gesicht erneut von dieser wundervollen Röte überzogen wird. Fast hätte ich „Geliebter“ gesagt, statt Hure. Aber damit komme ich nicht klar, noch nicht zumindest. Ich will ihn nicht als Geliebten. Ich liebe ihn nicht, aber ich bin inzwischen so weit, dass ich zugeben kann, dass ich ihn will. Und dass ich alles zahlen werde, alles geben werde, nur um ihn noch einmal zu ficken.
 
„Du willst doch auch, dass ich dich noch einmal berühre, oder?“ Ich könnte schwören, dass sich die Röte nun auch noch über den Rest seines Körpers ausgebreitet hat. Zu gerne würde ich ihn direkt hier ausziehen, nur um herauszufinden ob ich Recht habe.
 
„Es ist eine Sünde“, flüstert er zurück. In diesen Zeiten werden Männer für Sodomie ins Gefängnis geworfen.
 
„Ich liebe es, wie du das sagt. Ich bin sündig, böse, grausam und noch soviel mehr. Man könnte fast auf die Idee kommen, dass dir das gefällt, so rot wie du wirst und so hart wie dein Schwanz ist.“ Ich mache eine richtige Show draus nach unten zu blicken und den straff gespannten Stoff seiner Hose zu betrachten, wodurch ich ihn dazu bringe, nur noch mehr zu erröten. Ich glaube nicht, dass er je zuvor so schüchtern war wie bei mir. „Gib’s schon zu“, versuche ich ihn zu bezirzen während ich mich nach vorne lehne, um in seine dunklen, lustumnebelten Augen zu blicken. Liam leckt sich über die Lippen, als ob er sich darauf vorbereitet mich zu küssen, dann aber lässt er seine Hände nach unten sinken und bedeckt damit seine Erektion. Ich frage mich, ob er wohl nur deshalb bei mir bleibt, weil es seinen Vater wütend machen würde. Ob er nur deshalb seinen Körper für mich prostituiert. Oder tut er es vielleicht, weil er es selbst will, weil er mag was ich mit ihm anstelle? Wenn er die Wahl hätte zwischen einer guten, ehrlichen Arbeit und mit mir zu ficken, was würde er wohl wählen? Liam könnte mich verlassen, er könnte eine Frau finden, bei der er bleiben kann, aber so wie er gerade aussieht, hat er das nicht vor. Er hat noch nicht einmal versucht mit der neuen Kellnerin zu flirten. 
 
„Ich bin lieber deine Hure, als dass ich gar nichts bin“, flüstert Liam mir plötzlich wie aus heiterem Himmel zu.
 
Seine Worte schockieren mich. Ich hätte nie erwartet, dass er bei mir bleiben will, nicht wirklich. Er ist ein großer, starker, sexuell gesunder junger Mann, er ist ohne weiteres in der Lage das Interesse einer schönen Frau zu wecken. Aber trotzdem würde er lieber hier bei mir bleiben? Und was noch viel wichtiger ist, er würde hier bleiben, bei jemandem vom gleichen Geschlecht? Ich kenne ihn erst seit so kurzer Zeit, aber trotzdem scheint er so offen in allem was er tut. Es gibt absolut nichts Geheimnisvolles, Kryptisches oder Verborgenes in Liams Wesen, wodurch er untypischerweise so vollkommen anders ist als Angel. Ich weiß, dass er die Wahrheit sagt, wenn er sagt, dass er bleiben wird. Er wird bleiben und meine Hure sein.
 
„Du bist nicht nichts“, antworte ich sanft. Liam schüttelt den Kopf und weicht meinem Blick aus. Ich kann seinen Schmerz sehen. Sein Vater hat ihm das hier angetan. Er hat Liams Selbstwertgefühl zerstört, und sein Selbstbewusstsein. Dann sieht er mich wieder an, und ich kann Verzweiflung in seinen Augen lesen. Irgendetwas hat ihn zu Tode erschreckt. Ich blicke mich um, aber ich kann nichts sehen.
 
„Bitte, bringt mich nach oben. Lasst mich bezahlen, für mein Essen und für das Bett“, bettelt er mich inbrünstig an. Seine Worte schockieren mich. Dann bleiben meine Augen an einer Gestalt hängen, die soeben die Taverne betreten hat, und ich verstehe endlich, weshalb er so plötzlich von hier fort will. Sein Vater. Höchstwahrscheinlich ist er in die Taverne gekommen, um nach seinem fehlgeleiteten Sohn zu suchen. Liams ganzer Körper scheint in Anwesenheit seines Vaters in sich zusammen zu sinken. Ich nicke und ergreife seinen Arm. Wir verlassen den Wirtsraum und verschwinden über die Treppe nach oben, noch bevor sein Vater Gelegenheit hat ihn zu erspähen. Ich kann fühlen, wie Liams Körper zittert, ich kann seine Angst riechen und die Verzweiflung dem Mann zu entkommen, der ihn so sehr misshandelt hat.
 
Ich ziehe Liam in unser Zimmer und beginne ihm die Kleider auszuziehen. Schon wieder stehen ihm Tränen in den Augen, aber diesmal ist es nicht aus Angst vor dem, was ich gleich mit ihm anstellen werde. Es ist wegen des Auftauchens seines Vaters. Ich bin ein herzloser, seelenloser Dämon, aber dennoch… wenn dieser junge Mann weint, dann habe ich das Gefühl, als ob in mir etwas zerbricht. Ich habe das Gefühl, als würde ich dabei zusehen, wie etwas Wundervolles, etwas Wichtiges, direkt vor meinen Augen stirbt. Dieser wunderschöne junge Mann, der wie Glas zerbricht, dessen gesamtes Wesen durch die Grausamkeit seiner Familie in eine tausend Scherben zerfällt.
 
Ich habe mich entschieden. Genau jetzt, in dieser Sekunde! Ja, ich habe einen neuen Plan. Dieser Junge hier wird nicht meine Hure sein, er wird mein Childe sein. Es ist mir scheißegal, dass heute nicht das richtige Datum ist. Ich werde ihn heute Nacht verwandeln, jetzt, auf der Stelle. Naja, nach dem Sex meine ich natürlich.
 
„Liam, magst du dieses Dorf?“
 
Liam dreht sich zu mir um und ich höre auf an seinen Kleidern zu zerren. „Nein. Früher habe ich mich danach gesehnt die Welt zu sehen, aber ich denke nicht, dass das noch passieren wird.“
 
„Gefällt dir dein Leben?“
 
„Nein“, schluchzt er.
 
“Möchtest du, dass ich dir ein neues Leben gebe?”
 
„Aye.“
 
Das reicht mir als Antwort. Ich mache mich über meine eigenen Kleider her, zerre und schiebe sie von meinem Körper, dann stürze ich mich auf Liam. Ich reiße ihm die Hose von seinen langen Beinen und drücke ihn nach hinten auf das Federbett. Ich will ihn so sehr, dass es schon fast weh tut. Noch nie habe ich jemanden so sehr gewollt, wie diesen wunderschönen irischen Jungen.
 
„Will“, wimmert er. Ich kann eine köstliche Mischung aus Furcht und Lust riechen. Einfach nur perfekt! Dadurch wird sein Blut nur noch süßer.
 
Ich antworte ihm nicht. Mein Körper ist wie auf Autopilot, er agiert von selbst, will ihn berühren, will ihn nehmen und will ihn mir zu Eigen machen. Schon bald wird dieser wundervolle Junge mir gehören, mir allein. Meine Hände greifen nach seinen langen Beinen, spreizen sie auseinander und schieben sie nach oben. Diese exquisite, winzige Öffnung kommt zum Vorschein, und ich presse mit meinen harten Ständer dagegen. Liam keucht und wehrt sich ein wenig, während in seinem Innern das Verlangen kurzzeitig von seiner Furcht überlagert wird. Als ich ihn letztes Mal genommen habe, konnte er mich dabei nicht sehen. Letztes Mal war er vornüber über die Kommode gebeugt, doch diesmal soll er ungestörte Sicht aus der ersten Reihe bekommen.
 
Ich presse mit meinem Peniskopf gegen seinen Anus und seine Augen werden groß und rund vor Erstaunen. Mit meinen Händen ergreife ich seine Hüften und hebe ihn ein Stück an, wodurch es mir möglich wird, noch tiefer in ihn einzudringen. Die eichelförmige Spitze meines Schwanzes verschwindet in Liams Körper und er schreit vor Schmerz laut auf. Kein Gleitmittel diesmal. Ich stoße fester nach vorne und schiebe meinen gesamten Ständer in ihn hinein. Ich kann fühlen wie das zarte Gewebe um meinen Schwanz herum reißt und wie warmes, dunkles Blut die Reibung lindert.
 
„Bitte… nicht…”, stöhnt er. Seine Hände verkrallen sich in meinen Armen und ich kann sehen, dass sie dunkle Abdrücke auf meiner Haut hinterlassen.
 
Ich kann nicht aufhören. Ich wünschte ich könnte in Worte fassen was ich fühle, es ihm erklären, aber ich kann nicht sprechen. Ich kann mir nicht helfen, ich will ihn einfach nur ficken. Ich will in ihm sein. Als mein Schwanz endlich bis zum Anschlag in seinem Körper steckt, warte ich einen Moment, bevor ich mich zurückziehe, um erneut in ihn hineinzustoßen. Liams Augen werden noch größer, als er sein eigenes, dunkles Blut sieht, das meinen Ständer benetzt. Für mich ist es ein wundervoll exotischer Anblick. Ich beobachte sein Gesicht. Ich sehe seine Angst, die Tränen in seinen Augen, aber unter all dem sehe ich auch seine verzweifelte Leidenschaft. Meine Stöße werden immer wilder, mit jeder Sekunde, die vergeht. Immer tiefer… und immer mehr Blut kommt zum Vorschein und bedeckt die weißen Laken. Liam bäumt sich nach oben in meine Umarmung und als ich erneut nach vorne stoße suchen und finden seine Lippen die meinen. Wir küssen uns mit einer wilden Leidenschaft, wie wir sie nie zuvor erlebt haben. Ich weiß, dass dies hier das letzte Mal sein wird, dass ich seinen warmen Mund schmecken werde. Danach, wird er für immer dieselbe Temperatur haben wie ich. Ich werde diese Wärme vermissen, aber im Gegenzug werde ich ihn für immer haben, für immer unangetastet und unverändert.
 
„Du. Gehörst. Mir.“, erkläre ich ihm mit jedem wilden Stoß meiner Hüften. “Für.” Stoß. “Immer.” Stoß. “Meine.” Stoß. “Hure.” Stoß. “Mein.” Stoß. “Geliebter!” Dieses Wort überrascht mich selbst. Ich hatte nicht vor es laut herauszuschreien.
 
“Ja!”, heult Liam.
 
Mein Gesicht verwandelt sich in meine wahre Fratze. Liam kreischt nicht, und er wehrt sich auch nicht gegen mich. Er hat keine Angst vor dem Tod. Wenn überhaupt, dann presst er sich mir noch fester entgegen, bäumt sich noch weiter nach oben, um seinen sehnigen Hals näher an meine scharfen Reißzähne zu bringen. Ich präge mir jedes Detail seines schweißüberströmten Körpers ganz genau ein. Seine Hitze. Seinen heißen Schwanz, der zum letzten Mal gegen meinen Bauch presst. Das Gefühl seines kochenden Blutes, durch das mein Ständer so ungehindert in seine Öffnung gleitet. Der Schmerz in seinen Augen, von dem ich weiß, dass er verschwinden wird, verwandelt er sich erst einmal in Angelus. In meinem Herzen will ich ein Bild von Liams Gesicht bewahren, das schon bald Angelus’ Gesicht sein wird.
 
„Auf Wiedersehen, Liam“, flüstere ich, als ich nach vorne nach seinem Hals schnappe. Ich reiße ihm die Kehle heraus und heißes Blut spritzt auf mein Gesicht, während ich mich an diesem Festmahl mäste, ein Festmahl aus dem Blut des sterblichen Liams. Ich kann fühlen, wie sein heißer Samen meine Brust bedeckt, und nur Augenblicke später flutet mein kühles Sperma seine geschundene Öffnung.
 
„Mein!“, schreie ich, während mein Höhepunkt durch meinen Körper fährt. Mein Ständer zuckt ein letztes Mal in seiner Öffnung, als sein Leben zu schwinden beginnt. Ich kann fühlen wie er stirbt. Ich fühle wie sein Körper langsam abkühlt und unter mir schlaff wird. Seine Hände verlieren ihren Halt und gleiten von meinen Armen, fallen hinunter auf die Matratze. Genau in dieser Sekunde bringe ich einen scharfen Fingernagel nach oben an meinen Hals und schlitze mir selbst die Drosselvene auf.
 
„Trink von mir, Liam. Sei mein Childe, für immer.“
 
Ich hebe Liams leblosen Körper hoch und presse seine Lippen gegen meinen Hals. Ich kann fühlen, wie mein Blut aus mir herausfließt und einen Moment lang, den längsten Moment meines Lebens, bewegt er sich nicht. Er ist so schlaff und bewegungslos, dass ich befürchte, ich hätte ihn verloren. Doch noch bevor ich sprechen kann, bedeckt sein Mund die offene Wunde an meinem Hals und er beginnt mein ansteckendes Vampirblut zu trinken. Nie zuvor habe mich je so euphorisch gefühlt wie in diesem Moment. Liam ist mein erstes Childe. Mein erstes und absolut perfektes Childe. Mein, für immer. In diesem Moment denke ich nicht darüber nach wer ich bin, wo ich gewesen bin, was ich will. Ich fühle nur wie sein Mund mir das Lebensblut aus den Adern saugt, genau so, wie ich es zuvor bei ihm getan habe. Ich weiß, dass er bald sterben wird, aber er wird wieder auferstehen, als mein Werk, meine Kreation. Ich lache, als mir ein Gedanke durch den Kopf geistert: ich werde ein Daddy sein.
 
Liam saugt und trinkt von mir bis sein Körper langsam aufhört zu funktionieren. Er verliert den Halt an meinem Hals und sein schlaffer Körper fällt zurück aufs Bett. Er stirbt. Mit seinem Tod wird ihn seine Seele verlassen, sie wird einen Weg öffnen für den Dämon, der von nun an seinen wundervollen Körper in Besitz nehmen wird. Ich werde Liams Verlust betrauern. Ich glaube, ich habe ihn geliebt. Auch wenn ich es niemals – nie nie *nie* – zugeben würde. Diesmal hab ich’s wirklich so richtig vermasselt. Ich hab mich in einen Menschen verliebt, in einen Mann. Einen Mann, der dazu bestimmt ist, mein größter Feind zu werden. Aber hey, warte einen Mo…
 
Wer sagt denn, dass er so werden muss wie Angelus? Liam ist kein Stück wie Angelus. Mit ihm bin ich gerne zusammen, er ist witzig, er ist sorglos, er ist liebenswert und er ist verflucht sexy. Er ist außerdem ein Dieb, ein Schurke, ein Verführer, ein Wüstling und eine furchtbare Enttäuschung für seinen Vater. Er ist *mein* Childe, nicht das Childe von dieser Schlampe Darla. Wer sagt denn, dass Liam sein muss wie Angelus? Oh nein, ich habe Pläne für mein Childe. Die Regeln werden sich ändern. Spike, auch genannt William the Bloody, befolgt keine Befehle. Hab ich noch nie, werde bestimmt auch jetzt nicht damit anfangen. Wenn mein Childe aufwacht, dann werden die Dinge nach meinen Vorstellungen laufen. Angelus wird mir gehören und er wird sich nur mir unterwerfen.
 
Ich begrabe Liam nicht. Ich will es ihm ersparen diese traumatische Erfahrung durchzumachen, sich aus dem eigenen Grab an die Oberfläche wühlen zu müssen. Das reicht, um jeden um den Verstand zu bringen. Vielleicht war es ja das, was Angelus damals so verrückt werden ließ. Daher lasse ich ihn einfach hier liegen, in meinem Bett, nackt wie er ist. Ich verbringe die Zeit damit nachzudenken. Ich muss einen Weg finden, um Angelus an mich zu binden. Ich muss es schaffen, dass er von mir abhängig wird. Es gibt da eine uralte Legende, die besagt, dass wenn ein Childe zu allererst von seinem Sire trinkt, noch bevor es einen Menschen erlegt, das Band zwischen beiden stärker wird. Ich mag Darla vielleicht gehasst haben, aber mit ihren vierhundert und ein paar zerquetschten Jahren war sie ein wahrer Quell des Wissens was Vampirgesetze und Regeln betrifft. Ich weiß zwar nicht, ob diese spezielle Information der Wahrheit entspricht, aber ich bin bereit das Risiko in Kauf zu nehmen und sie auszuprobieren.
 
In seiner ersten Nacht wacht Liam nicht auf. Er bleibt einfach liegen, völlig leblos und still, tot wie ein Sargnagel. Ich lasse ihn nur einen Moment lang allein, um die neue Kellnerin zu verspeisen, dann kehre ich sofort wieder zurück, um an seiner Seite zu wachen. Ich verstehe wirklich nicht, was ich hier tue, und was tief drin in meinem Herzen vor sich geht. Es ist einfach komplett vermurkst, das ist es was nicht stimmt mit mir. Mein Herz ist so voller Liebe und Sehnsucht, und es verwirrt mir völlig den Verstand. Scheiße, ich bin so verflucht durcheinander! Und was noch dazu kommt, ich kann es einfach nicht kontrollieren. Ich kann nicht machen, dass es aufhört. Einen Moment lang will ich auch gar nicht, dass es endet, dann im nächsten, wünsche ich mir nichts sehnlicher. Ich hatte niemals vor Liam zu lieben, ich wollte nie, dass das hier passiert, es ist einfach geschehen. Ich weigere mich es zu akzeptieren, aber jetzt, wenn ich hier so sitze und den toten Körper meines Childes anstarre, da kann ich mir einfach nicht helfen. Da kann ich nicht anders als ihn zu lieben. Es ist verflucht dämlich, und verdammt ärgerlich noch dazu.
 
Ich hasse es, wie die Liebe mein Leben kontrolliert. Liebe hat mich hierher gebracht, zu diesem Ort in diesem Moment. Meine Liebe zu Dru hat mich dazu getrieben den Zeitzauber auszuprobieren. Alles in allem kann ich allerdings nicht behaupten, dass ich es bereue. Ich kann nicht behaupten, dass ich jetzt lieber woanders wäre. Woanders als hier, wartend neben meinen nackten Childe, wartend, dass er endlich diese perfekten braunen Augen öffnet. Wartend, bis ich ihn endlich so lange und ausgiebig ficken kann, dass er selbst nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, und danach… danach werden wir dieses verfluchte Dorf einfach umbringen. Oh ja, ich habe definitiv vor, diesen Teil der Geschichte unverändert zu lassen. Das wird alles bleiben wie gehabt, nur was seine Familie betrifft, da habe ich ein paar kleine subtile Änderungen geplant.
 
„Sire“, ein leises Knurren kommt aus der Richtung des Bettes. Ich hebe meinen Kopf und sehe, dass mein Childe soeben erwacht ist. Aufgeregt springe ich hoch und nähere mich dem Bett. Er ist so perfekt. Sein Körper ist hart, und kühl und blass – er sieht fast so, aus als wäre er aus Marmor gegossen. Sein Gesicht ist das eines Vampirs. Wunderschön geformte Furchen, große goldene Augen und lange, elfenbeinfarbene Zähne. Ich grinse ihn an.
 
„Du weißt wer ich bin?“, knurre ich zurück.
 
„Mein Sire… meine Hure“, er grinst schelmisch und lacht. Es ist ein Laut völlig ohne Bösartigkeit, ich kann nur Humor in seiner Stimme hören. Das wundert mich. Angelus war nie humorvoll – außer vielleicht, wenn es um seine eigenen, ganz privaten kleinen Witze ging, die außer ihm sowieso nie jemand verstand.
 
„Wer bin ich?“ Ich lehne mich weiter nach unten und meine Hand greift nach seinem harten, steifen Schwanz.
 
„Mein Sire, mein Meister, mein Geliebter“, stöhnt er, als ich seinen Ständer mit meiner Hand schmerzhaft quetsche.
 
„Und wer bist du?“
 
„Dein Childe, deine Hure, dein Geliebter.“
 
Oh ja. Mein. Mein Mund kollidiert mit seinem, unsere Zähne schnappen und beißen in weiches Fleisch. Der Kuss ist wild und blutig und bringt Liam dazu, vor Hunger laut zu knurren.
 
„Trink, Childe. Nimm dir was du brauchst“, weise ich ihn an, während ich seinen Mund gegen meinen Hals presse. Lange, scharfe Reißzähne durchstoßen meine Haut und er trinkt in tiefen Schlucken. Seine Hände greifen nach meinem Körper und er zieht mich nach unten auf sich. Wild und leidenschaftlich reiben wir unsere langen, harten Erektionen aneinander. Ich fühle mich, als würde ich ein zweites Mal sterben, hier in Liams Armen. Er trinkt mein Blut mit geradezu beängstigender Schnelligkeit, und so langsam aber sicher wird mir echt schwindelig. In meiner Verzweiflung greife ich in sein Haar, biege seinen Kopf nach hinten und versenke meine eigenen Reißzähne in seiner Kehle. Sein neues Vampirblut füllt meinen Mund und ich schlucke was das Zeug hält.
 
Immer weiter trinken wir von einander, Schluck für Schluck nehmen wir das Lebensblut des anderen in uns auf. Keiner von uns bricht den Kreislauf, und irgendwann habe ich das Gefühl als würden wir schon seit Stunden nichts anderes mehr tun. Schon bald könnte ich schwören, dass ich einen Herzschlag höre. Ich weiß nicht was es ist, aber mit jedem Schluck seines Blutes, den ich nehme, wird es stärker und kräftiger. Ich erkenne, dass es kein Herzschlag ist, sondern ein Wort.
 
*Will… Will… Will… Will*
 
Und dann ist da noch ein weiterer Laut.
 
*Liam… Liam… Liam… Liam…*
 
Oh, Fuck!
 
Verzweifelt versuche ich mich von meinem Childe loszureißen. Sein Griff ist so stark und meine eigene Blutlust schreit nach mir, ihn nie wieder loszulassen. Wir müssen aber bald aufhören. Ich weiß nicht, was passieren kann, wenn Vampire etwas wie dies hier tun. Können wir für alle Ewigkeit in dieser Stellung verharren? Denn um ehrlich zu sein, es fühlt sich einfach nur verflucht gut an… wie mein eigener persönlicher Vampirhimmel! Es ist als würden wir im Blut leben, innerhalb zweier Körper, die sich zu einem einzigen Wesen vereinen. Ich kann es nicht wirklich erklären. Ich war noch nie besonders gut darin meine Gefühle auszudrücken. Man braucht sich nur mal meine Gedichte anzusehen – verfluchter Schrott. Aber das hier, ich glaube das hier ist Liebe. Und das ist auch der Grund, weshalb ich niemals aufhören möchte. Ich will… ich muss mich aber von ihm losreißen, denn sonst werde ich wohl unweigerlich den Verstand verlieren, alleine durch die Intensität unserer Vereinigung.
 
Plötzlich werde ich von meinem eigenen Orgasmus überwältigt und kalter Samen spritzt gegen meine Brust. Es ist als wäre eine Bombe geplatzt und mit einer ruckartigen Bewegung reiße ich mich von Liams Hals los. Ihm scheint es ähnlich zu ergehen, und letztlich sind wir wieder getrennt, genau wie das Blutband zwischen uns. Ich hätte das niemals tun sollen! Ich hätte ihn verflucht nochmal begraben und anschließend verlassen sollen, so wie ich es von Anfang an vorhatte!
 
“Ich liebe dich”, flüstert Liam. Seine Stimme ist rau und voller Sehnsucht.
 
Was ist das? Das kann unmöglich stimmen – Angelus hat nie etwas gefühlt, für nichts und niemanden auf der Welt. Er hat nie geliebt. Hat das Band etwa gewirkt? Ist er tatsächlich anders? Ich wünschte echt, ich wüsste, was hier gerade passiert. Aber ich hab keine Ahnung. Die meiste Zeit über weiß ich ja nicht einmal was ich selbst fühle. Im einen Moment ist es Liebe, im nächsten wieder Hass. Ich bin echt ein ganz schön verkorkster Typ. Ich geb’s ja zu, I’m Love’s Bitch. Bin ich schon immer gewesen, deswegen habe ich mich auch so verzweifelt an Dru geklammert. So, wie sich die Dinge verändert haben, bin ich einfach völlig planlos, zumindest im emotionalen Sinne. Ich erinnere mich an meinen Angelus, an das, was er getan hat, und wie er nichts und niemanden lieben konnte. Dann sehe ich diesen Angelus hier vor mir und es ist Liebe, die ich in seinen Augen sehe und Leidenschaft, die in seinem Blut brennt. Auf was soll ich nun vertrauen, wem soll ich glauben? Meinen Erinnerungen, oder diesem neuen Vampir, der hier vor mir liegt. Hmm?
 
“Nimm mich, Sire”, stöhnt mir Liam ins Ohr. „Ich habe für heute Nacht noch nicht bezahlt“, kichert er mit heiserer Stimme.
 
„Meine kleine Schlampe“, lache ich. Ich schätze, dass ich wohl alles einfach nehmen muss wie es kommt, und um genau zu sein, fange ich wohl am besten mit dem an, was hier und jetzt direkt vor mir liegt.
 
Ich lehne mich also nach unten und küsse seinen blutverschmierten Mund. Seine Gesichtszüge verwandeln sich zurück, und ich blicke in sein engelsgleiches, menschliches Gesicht. Ich denke ich werde den Namen Angelus einfach übernehmen. Er passt perfekt, und außerdem schürt es die Furcht in den Herzen seiner Opfer. Niemals würde irgendjemand vermuten, dass ein solch wunderschönes Gesicht zu soviel Bösartigkeit fähig ist.
 
„Liam“, murmle ich. Seine braunen Augen sehen in meine blauen und er lächelt. Ich denke, ich werde diesen Namen beibehalten, nur für uns beide, wenn wir alleine sind. Für mich wird er immer Liam bleiben, genau wie ich für ihn Will bin.
 
Als ich mich erneut nach unten lehne, um seine wundervollen Lippen zu küssen, bemerke ich, dass ich seinen Körper niemals wirklich erforscht habe. Ich habe ihn gefickt, ich habe ihm einen runtergeholt, aber ich habe keine Zeit darauf verwendet, ihn zu berühren und ihn zu entdecken. Etwas, das ich auf der Stelle nachholen will. Diese dämlichen Liebesgefühle, die ich verspüre, bringen mich doch tatsächlich dazu, dass ich ihn erst streicheln und liebkosen will, bevor ich ihn anschließend nach allen Regeln der Kunst durchficke. Yepp, so wird das ablaufen. Erst fummeln, dann werde ich seinen engen Hintern so richtig durchmöbeln.
 
Ich küsse mich also an seinem Luxuskörper entlang, von oben nach unten, wobei ich mit meinen Händen seinen starken, muskulösen Oberkörper liebkose und seine kleinen, harten braunen Brustwarzen necke. Liam stöhnt unter meinen Berührungen leise auf und die Laute, die er von sich gibt, klingen als ob er meine Bemühungen zu schätzen weiß und geradezu darum bettelt, dass ich weitermache. Seine Hände greifen nach meinen Oberarmen und versuchen mich festzuhalten, damit ich mich keinen Zentimeter von ihm entferne. Ich schiebe sie jedoch von mir und wickle seine Finger stattdessen um den Holzbalken am Kopf des Bettes. Er grinst, als er langsam versteht, worauf ich hinaus will. Verflucht, ich glaube fast er sieht noch schöner aus als zuvor, jetzt, wo er wie ein festliches Bankett vor meinen Augen auf dem Bett ausgebreitet liegt. Seine Arme sind über seinen Kopf nach oben gestreckt und umklammern den Balken am Kopfende des Bettes. Seine Beine sind weit gespreizt, sodass ich zwischen ihnen knien kann. Mein Childe, das lüstern vor mir liegt und darum bettelt, dass ich ihn berühre. Wer könnte ihn nur jemals abweisen? Ich sicherlich nicht!
 
Ich streiche über seinen neuen, vampirischen Körper. Er ist kühl und hart wie Marmor. Auf seinem Bauch zeichnen sich klare Muskeln ab und sein Nabel zittert unter meiner Berührung. Ah, mein Childe ist dort kitzelig. Das werde ich mir für künftige Straflektionen merken müssen. Ich bewege meine Hand weiter nach unten und betrachte seinen stolzen, harten Ständer. Er ist lang, gerade und dick, und ich brauche beide Hände um die gesamte Länge zu umfassen. Seine Hoden fühlen sich weich an, und ich rolle sie sanft in meinen Handflächen hin und her, bevor ich sie ein klein wenig zusammenquetsche, was ihn prompt zum Schnurren bringt. Ich lasse seinen harten Ständer auf seinem Bauch liegen und wandere weiter nach unten, wo ich seine leicht behaarten Schenkel streichle. Seine Beine sind lang und ziemlich muskulös. Er hat große Füße, aber hey – jeder hat so seine Schwachstellen, und immerhin ist es gut, dass sie nicht riechen.
 
Meine Hände wandern zurück nach oben, über die gesamte Länge von Liams Körper, bis hin zu seinem Schwanz, der praktisch darum bettelt geleckt zu werden. Ich hab noch nie zuvor einem Mann einen geblasen. Klar, ich habe es Frauen mit dem Mund besorgt, aber ich schätze mal das hier wird wohl ein wenig anders. Ich lecke erstmal probeweise über seine Eichel und über die paar Lusttropfen, die sich dort an seinem winzigen Schlitz gesammelt haben, um herauszufinden wie er schmeckt. Seine Vorhaut ist durch die Länge seiner Erektion völlig nach hinten geschoben, und er zittert unter meinen Berührungen. Als ich über seine Eichel lecke, glaube ich schon fast zu spüren, wie seine Nervenenden unter meiner Zunge verrückt spielen. Liam gibt einen weiteren Stöhnlaut von sich und bäumt sich auf dem Bett nach oben. Ich lege meine Hände auf seine Hüften und versuche ihn so zurück nach unten auf die Matratze zu drücken.
 
Vorsichtig nehme ich seine Schwanzspitze in den Mund und versuche zu saugen. Liam beginnt wirres Zeug zu schreien, lustvolle Worte ohne jede Bedeutung, und ich schätze das bedeutet wohl ein klares „Ja“ hinsichtlich meiner Bemühungen. Ich lecke und sauge an der Spitze seines Ständers, dann wandere ich langsam nach unten, bis hin zu der Stelle, wo seine Vorhaut am Schaft festgewachsen ist. Mit meiner Zungenspitze schnalze ich leicht dagegen und ich könnte schwören, dass Liam fast bis an die Decke springt. Er keucht und stöhnt Teile meines Namens und meines Titels. Schätze, es gefällt ihm wohl. Ich fahre also fort zu saugen, zu lecken und gegen seine Eichel und seine Vorhaut zu schnalzen. Meine Hand umklammert soviel von seinem Ständer wie ich fassen kann und die ganze Zeit über reibe ich ihn mit einem energischen, scharfen Rhythmus. Liams Hüften heben sich mir entgegen und er beginnt damit sich mit kleinen Stoßbewegungen nach oben gegen mein Gesicht zu pressen. Als ich hochblicke, kann ich sehen, dass er seinen Kopf nach hinten geworfen und seine scharfen Reißzähne in seine Unterlippe gebohrt hat. Er ist der Inbegriff von Wolllust und Ausschweifung.
 
“Will!”, schreit er.
 
Es ist die einzige Warnung, die ich von ihm kriege, bevor er meinen Mund mit seinem kühlen, toten Samen flutet. Er schmeckt irgendwie sahnig und auch ein wenig süß. Köstlich! Ich lasse seinen schlaffen Schwanz aus meinem Mund gleiten und krabble seinen Körper entlang nach oben. Er hat die Augen noch immer geschlossen und ich nutze die Gelegenheit, seinen zufriedenen Gesichtsausdruck zu studieren. Er hat seine Unterlippe komplett durchgebissen, und Blut läuft ihm über das Kinn. Ich lehne mich nach vorne und lecke es ab. Irgendwie schmeckt es komisch. Nicht so wie zuvor. Als ich weiterlecke, kann ich plötzlich diesen Herzschlag wieder hören, den Herzschlag aus Worten.
 
*Will… Liam… Will… Liam…*
 
Ich verstehe es zwar nicht, aber ich glaube es gefällt mir. Ich mag es, wenn ich mich ihm so nah fühle. Dass wir beide irgendwie miteinander verbunden sind. Liam öffnet seine Augen und grinst mich an.
 
„Fuck!“, knurrt er.
 
Oh ja, dem stimme ich voll und ganz zu. Ganz sicher will ich ihn ficken. Ich werfe ihm ein hinterlistiges Lächeln zu und beginne seine Beine auseinander zu schieben. Liam versteht schnell. Er schlingt seine Arme unter seine Knie, um seine starken Oberschenkel nach oben an seine Brust zu ziehen und mir so seinen Körper weit zu öffnen. Diese winzige Öffnung ist inzwischen wieder völlig verheilt, eng wie eh und je. Einfach perfekt, um sie ein weiteres Mal aufzureißen. Aber ich will ihm nicht zuviel Schmerz zufügen, fragt mich nicht warum. Ich will einfach nur… Ich glaube ich will ihn einfach nur lieben. Das habe ich noch nie zuvor gemacht. Ich beschmiere also meinen Schwanz mit Spucke, während mir Liam mit interessierten Augen dabei zusieht.
 
“Du bist so wunderschön”, murmelt er. „So perfekt.“
 
Eine ziemlich lange Weile starre ich ihn einfach nur an. Noch nie hat jemand das zu mir gesagt, noch nicht einmal Dru. Naja, sie konnte es nie ganz auf die Reihe kriegen mich zu loben.
 
„Ist es das, was du willst, meine kleine Hure?“ Ich spreche von meinem Schwanz und seine Augen verschlingen ihn förmlich.
 
„Seadh, mo leannen“, flüstert er. „Ja, mein Geliebter.“
 
Wenn ich doch nur rot werden könnte. Ich liebe diese seltsame Sprache, die er spricht. Es ist Gälisch, glaube ich. Ich presse meinen Ständer gegen seine winzige Öffnung und sein Körper gewährt mir Einlass. Liam ächzt, als ich durch den engen äußeren Muskelring stoße. Beide sehen wir wie gebannt dabei zu, wie mein Schwanz in seinem Körper verschwindet, und alleine dieser wundervolle Anblick entlockt uns Laute der Lust. Ich lehne mich nach vorne und fange seine Lippen mit meinem Mund ein. Er schmeckt so verdammt gut, so voller Blut und nach mir, und als seine Zunge beginnt mit meiner um die Vorherrschaft zu kämpfen, wird es nur noch besser.
 
„Du gehörst mir“, erkläre ich ihm, als ich beginne in seinen Körper zu stoßen, wobei sich unsere Lippen bei jeder Vorwärtsbewegung erneut treffen. „Für immer.“
 
„Ja, Sire“, erklärt er bereitwillig.
 
Ich glaube, in diesem Moment ist die Zeit einfach stehen geblieben. Ich habe plötzlich das Gefühl, als ob alles, was vorher passiert ist – mein ganzes bisheriges Leben – nur ein Traum war und als ob dies hier die einzige Realität ist, die für mich existiert. Und hey, irgendwie stimmt das wohl auch! Dies hier ist Angelus – mein von Kopf bis Fuß – und mit ihm zusammen kann ich die Ewigkeit verbringen. Und während ich in den harten Körper meines Childes stoße, erfüllt mich das verzweifelte Bedürfnis ihn noch tiefer zu berühren, tiefer als je zuvor. Liam küsst mich und klammert sich an meinem Körper fest, wobei er meinen Stößen entgegenkommt und so seine eigene Erfüllung findet. Seine Hüften bewegen sich kreisförmig, wodurch er seine Lust noch zusätzlich steigert. Letztlich kann ich spüren, wie Liams Anus um meinen Schwanz herum zuckt, als ob er auch diese Stelle seines Körpers einen winzigen, eigenen Orgasmus bekommt. Nur Augenblicke später folgt auch sein Schwanz und sein Sperma ergießt sich über meinem Bauch. Der Anblick seiner Gestalt, seines Gesichts, seines Körpers, gefangen in purer Ekstase, bringt mich zu meinem eigenen, überwältigenden Höhepunkt.
 
„Verdammt, ich liebe diese verfluchte Schlampe, Willow!“, schreie ich während ich komme. Eine Tatsache, die mein Childe so richtig auf die Palme bringt.
 
~*~*~*~
 
Tage später:
 
Es hat die ganze Nacht lang gedauert, alle Besucher der Taverne zu töten. Ich habe es genossen sie aufzuschlitzen, sie leer zu saugen und meinem Geliebten dabei zuzusehen, wie er dasselbe tat. Liam ist ein wirklich gelehriger Schüler. Und jeden seiner Morde, jede Folter, die er begeht – all das tut er in meinem Namen. Das gibt meinem Ego echt Auftrieb. Und er zeigt soviel Stil beim Töten, er ist geradezu perfekt wenn er beißt, nie verschwendet er auch nur einen Tropfen Blut. Diese Eigenschaft ist einerseits so sehr wie Angelus, aber dann auch wieder so ganz und gar nicht wie er, denn Liam tut es nur, um mir zu gefallen. So langsam aber sicher wird er auch kreativ beim Töten, er reißt seinen Opfern die Eingeweide raus und versucht sich hier und da ein wenig im Foltern. Ich halte ihn nicht auf, das alles sind Eigenschaften, die man bei einem guten Vampir nur unterstützen sollte. Wenn alles vorbei ist, dann ficke ich ihn direkt dort, in diesem blutdurchtränkten Raum und er lacht vor Freude über das, was ich aus ihm gemacht habe.
 
Ich frage ihn dort, wen im Dorf er als nächstes töten will. Ich sage ihm, er könne jeden haben. Er grinst und lässt sich mein Angebot einen Moment lang durch den Kopf gehen, während ich unbeirrt weiter in seinen wundervollen Körper stoße.
 
„Wen auch immer ich will?“
 
Ich nicke.
 
„Ich hab an das ganze Dorf gedacht.“


Nächster Teil




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